Ringingen Dem Fasnetsverein fehlt es an Unterstützung

Die Mannschaft um die wiedergewählte Narrenmutter Karin Pfister (vorne links) und um ihren ebenfalls bestätigten Vize Patrick Reinhardt (vorne, Mitte) strahlt. Das Bild zeigt die Gewählten mit Ortsvorsteher Markus Weiß (links).
Die Mannschaft um die wiedergewählte Narrenmutter Karin Pfister (vorne links) und um ihren ebenfalls bestätigten Vize Patrick Reinhardt (vorne, Mitte) strahlt. Das Bild zeigt die Gewählten mit Ortsvorsteher Markus Weiß (links). © Foto: Matthias Badura
Ringingen / Matthias Badura 17.04.2018
Der Vorstand des Fasnetsvereins ist komplett – aber frustriert. Es fehlt an Unterstützung.

Die Wahl des kompletten Vorstands stand in der Hauptversammlung der Narrhalla Ringingen auf der Tagesordnung ganz oben. Der schwergewichtige Punkt war indessen schnell erledigt. Narrenmutter Karin Pfister und ihr Vize Patrick Reinhardt waren bereit zur Wahl anzutreten und wurden – so wie auch das übrige Gremium – bestätigt: Schatzmeisterin Kerstin Dietrich, Schriftführerin Christine Hipp; Beisitzer: Nicole Ritter, Martin Freudemann, Lucas Hipp und Holger Heinzelmann. Für die Beisitzerinnen Helene Rach und Alexandra Rach, die nicht mehr kandidierten, rückten Volker Müller und Raphael Feicht an deren Stelle. Damit war die Brücke wieder voll besetzt, und das Ringinger Narrenschiff auf Kurs. Alles gut? Nein, der Kahn segelt mit unverkennbarer Schlagseite in die Zukunft.

Der Elferrat ist frustriert und macht daraus keinen Hehl: Immer weniger Mitglieder sind bereit anzupacken, wenn es an den hohen Festtagen der Fasnet gilt. Das trifft weniger für den Showtanz zu als insbesondere für den Rosenmontag. Karin Pfister hatte das schon in Vorjahren beklagt. Gebessert hat sich scheinbar nichts. Im Gegenteil. Und das war der Grund, warum sie und ihre Crew vor der Wahl erklärt hatten, ihre Ämter nur auf ein Jahr bekleiden zu wollen. Das durfte man als Warnschuss verstehen.

Nicht zum ersten Mal wurden im späteren Verlauf der Versammlung Gründe und Lösungen für das mangelnde Engagement diskutiert. Will die vergnügungssüchtige Jugend allgemein nichts mehr schaffen? Fordern die Umzüge im Vorfeld der Hauptfasnet zu viel Kraft? Könnte man die Arbeit anders verteilen? Könnte man bezahlte Hilfskräfte heranziehen? Könnte man Zwangsmittel einführen?

Ein Alt-Zunftrat sah es anders. Seiner Auffassung zufolge liegt das Problem zugespitzt nicht darin, dass die Narren nicht mehr arbeiten, sondern, dass sie nicht mehr feiern wollen. Die Hälfte der Ringinger Fasnetsveranstaltungen sei weggebrochen, hielt der Alt-Zunftrat der Versammlung vor Augen. Und auch der Rosenmontag sei nicht mehr so gut besucht wie früher. Doch habe man es nicht mit einem Sonderfall zu tun, zahlreiche Zünfte stünden vor derselben Situation.

Ob man die Umzüge für den Kräfteschwund verantwortlichen machen kann, der Gedanke kam von anderer Seite, sei fraglich, denn auch auf diesem Feld habe die Euphorie doch längst nachgelassen. Anders ausgedrückt: Die Fasnet ist auf dem Rückzug.

Hoffnung auf schöne Narrenzeit

Eine Lösung des Problems wurde nicht gefunden. Weitere Fragen drehten sich um die Organisation der Umzüge sowie die Vergabe und Reservierung der Busplätze. Ehe die Versammlung schloss, wurde die Hoffnung ausgedrückt, dass im kommenden Jahr doch wieder eine schöne Narrenzeit erlebt werden kann. Anlass zu der Hoffnung hatten die Berichte gegeben, denn abseits des Personalmangels, des Arbeitsaufwandes, steigender Buskosten und verschärfter Auflagen der Behörden war es doch eine erfolgreiche Saison. Showtanz, Narrenbaumstellen und der erste Ball in der neu eröffneten Festhalle werden in bester Erinnerung bleiben.

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