Melchingen Das Museum ist eine Schau

Melchingen / ADELBERT BARTH 13.10.2015
Eine Menge zu bestaunen gab es beim Melchinger Fest rund ums Dorfmuseum. Die Ortsvorsteherin nutzte den Tag, um den langjährigen Museumsführern eine verdiente Auszeichnung zuteil werden zu lassen.

In Melchingen wuselte es an diesem Sonntag: Vor dem Dorfmuseum präsentierte Ulrike Schäfer ihr Spinnrad, in Sofies guter Stube stellte Willi Ranft aus Zimmern wunderschön gearbeitete und voll funktionsfähige Miniaturnachbauten aus. Die Museumsführer waren sehr damit beschäftigt, die vielen Besucher durch das Kleinod des Dorfes zu führen. Im ganzen Haus waren alte Bilder ausgestellt.

Bei ruhigem Herbstwetter schlenderten die Gäste durch die kleine, aber feine Oldtimerausstellung. Die Bindemäherfreunde stellten neben einem der wenigen noch vorhandenen Bindemäher weitere alte landwirtschaftliche Geräte zur Schau. So konnte man eine Dreschmaschine, alte Kartoffelroder, eine Legemaschine und einen kleinen Einscharpflug, den man auch von Ochsen oder Pferden ziehen lassen kann, bewundern. Selbstverständlich waren auch alte Traktoren, ein Lastwagen sowie einige Motorräder unter den Schaustücken.

In der Festhalle spielten die Lauchertmusikanten unter der Leitung von Susanne Fischle zum Frühschoppen auf. Die Mitglieder der Narrhalla hatten in der Mittagszeit alle Hände voll zu tun, um die Gäste zu bewirten. Auch im oberen Stockwerk des Rathauses waren Aufnahmen aus vergangenen Zeiten zu sehen, während im unteren Bereich der "Molke" die Bilder des Melchinger Fotowettbewerbs ausgestellt waren (wir werden noch berichten).

Nachmittags bildete das Akkordeon Orchester aus Erpfingen einen würdigen Rahmen für die Ehrung der beiden Museumsführer Wilhelm Maichle und Johann Ott. Ortsvorsteherin Waltraud Barth-Lafargue sagte, die Gemeinde wolle den beiden Männer, die dieses Jahr 80 Jahre alt geworden sind, für ihr außerordentliches Engagement um das Dorfmuseum danken. Seit 2002 haben Ott und Maichle nicht nur die zahlreichen Führungen übernommen, sondern auch kleinere Reparaturen selber bewerkstelligt. Außerdem kümmerten sie sich um die Gerätschaften und seien ständig auf der Suche nach alten Gegenständen. Ihnen sei es zum Großteil zu verdanken, dass der Erhalt und Betrieb des Kleinodes in der Dorfmitte in diesem Umfang möglich ist.

Waltraud Barth-Lafargue überreichte den Museumsführern als kleines "Vergelt's Gott" ein Weinpräsent sowie ihren beiden Frauen, die ihre Männer tatkräftig unterstützen, ein Blumengesteck. Und die Ortsvorsteherin betonte, dass es sich nicht um eine Verabschiedung handle: "Nein, wir hoffen, dass ihr noch einige Jahre viele Besucher durchs Museum führen könnt."