Im Laucherttal gibt es einige neue touristische Angebote: Der Eisenbahnlehrpfad zwischen Neufra und Gammertingen wird am Sonntag, 6. Mai, eröffnet. Als Hauptattraktion sind Fahrten mit einer Dampflok geplant. Die Kooperation mit dem Melchinger Theater Lindenhof, das Imkereimuseum in Harthausen und der neue Veringenstädter Historienweg sind weitere Neuerungen, die bei der Versammlung des Gemeindeverwaltungsverbands im Neufraer Rathaus vorgestellt wurden.

Die komplette Neubeschilderung der Wanderwege im Verbandsgebiet, beginnend von Melchingen bis nach Jungnau, werde in den nächsten Wochen abgeschlossen, berichtete die Tourismusbeauftragte Alexandra Hepp. Das Planungsbüro für Wandertourismus Sievers aus Emmendingen hat mit tatkräftiger Unterstützung der Albvereine die Konzeption erarbeitet. Im Mai werden die Vereinsmitglieder zusammen mit dem jeweiligen Bauhof die alten Schilder gegen die neuen austauschen.

„Mit der einheitlichen Symbolik der Beschilderung, die auf der gesamten Schwäbischen Alb gleich ist, findet sich jeder Wanderer zurecht“, erklärte Alexandra Hepp. Die Kosten belaufen sich auf 80 000 Euro, die Hälfte übernimmt der Naturpark Obere Donau.

Die Kooperation mit dem Melchinger Theater Lindenhof, die seit dem vergangenen Jahr bestehe, sei ein weiterer beidseitiger Gewinn, führte die Tourismusbeauftragte aus. Die Initiative der Kulturstiftung des Bundes und von den Landesministerien für Kunst und Kultur sowie für ländlichen Raum fördert mit dem Projekt „Trafo-Modelle für Kultur im Wandel“ die Zusammenarbeit des Theaters mit der Tourismusregion. Das passe auch deshalb besonders gut, so Hepp, weil die Lauchert in Melchingen entspringt und sozusagen das Tor zum Laucherttal darstelle.

Der Neufraer Bürgermeister Reinhard Traub hofft, dass der Eisenbahnlehrpfad ein Erfolgsmodell wird. Der Pfad wird etwa zwei Kilometer lang sein und ist bereits jetzt ein beliebter Wanderweg. Er beginnt beim Neufraer Friedhof, führt entlang der Eisenbahnlinie und endet bei der Fehlakapelle in Gammertingen. 15 Tafeln sollen entlang dieses Weges aufgestellt werden, auf denen jeweils über ein Thema rund um die Eisenbahn informiert wird. Auf einer der Tafeln geht es beispielsweise um das Eisenbahnzeitalter, auf einer weiteren um den Bahnbau, eine andere informiert über die italienischen Gastarbeiter, die beim Bau der Strecke zwischen Neufra und Gammertingen mitgeholfen haben. Für die eingefleischten Eisenbahnfans gibt es auf der Tafel einen QR-Code, mit dem sie übers Internet noch ausführlichere Infos zu dem betreffenden Thema erhalten können.

Auf den Bahnhöfen in Neufra und Gammertingen werden weitere Tafeln Wanderer, die mit dem Zug anreisen, über den Lehrpfad informieren.

Umgesetzt wird das Projekt federführend von der Gemeinde Neufra. Von hier ist auch die Idee dazu ausgegangen. Der Neufraer Förster Robert Hauser hat sie von einem Urlaub in der Schweiz mitgebracht. Der Heimatkundler und Eisenbahn-Experte Botho Walldorf hat historische Bilder und Texte zur Verfügung gestellt. Der ehemalige Schulleiter Herbert Winkler hat die Texte bearbeitet.

Hintergrund und Kosten


Der Eisenbahnlehrpfad zwischen Neufra und Gammertingen zeigt geschichtliche Aspekte der Hohenzollerischen Landesbahn und der Region vom Bau bis heute auf. An der von beiden Seiten begehbaren Strecke stehen 15 Schautafeln. Der Lehrpfad verläuft neben der Steigungsstrecke, die früher den Dampfloks alles abverlangte. Die Umsetzung kostet rund 70 000 Euro. Die Kommunen können mit 36 000 Euro an Zuschüssen aus verschiedenen Töpfen rechnen. Den Rest bezahlen sie jeweils zur Hälfte.