Unter anderem lernten die Grundschulkinder von ihren Lehrerinnen Ute Hirlinger und Melanie Knaus, dass es viele verschiedene Sorten von Äpfeln gibt (weltweit rund 55) und wie so ein Apfel aufgebaut ist: Kerne, Samenschale, Fruchtfleisch. . .

Auf diese Weise mit dem theoretischen Rüstzeug versehen, ging's ein paar Tage später auf die Baumwiese von Hans Dieter Flad, wo die Kinder selber Äpfel auflasen und in Säcke verpackten. Wenn das schon halbwegs interessant war, so wurde es regelrecht aufregend, als die Äpfel gemostet werden sollten. Nein, nicht von irgendjemand in irgendeiner Mosterei irgendwo - vielmehr durften die Kinder den Saft selber herstellen.

Professionelle Hilfe und die nötige Gerätschaft erhielten sie dazu vom Obst- und Gartenbauverein Hausen. Christian Kugler, Vorsitzender des Vereins, und Schriftführer Roland Pfauth bauten zunächst ihre mobile Saftpresse im Schulhof auf. Dann gings ans Einfüllen. Beide Schulklassen waren mit Feuereifer dabei, die Äpfel in die Mühle zu werfen - und wollten nicht so recht glauben, dass die Pampe, die, breiig-zermahlen unten in den Auffangbottich kleckerte, sich bald in leckeren Saft verwandeln sollte. Doch es ging ja noch weiter. Die "Pampe" wurde in die Presse geschöpft - wobei wiederum viele Hände mithalfen, dann blähte sich da drinnen ein mit Wasserdruck betriebener Gummiballon auf. Er presste den Saft aus der Matsche, und die Matsche selbst presste er zu Trester, eine feuchte Mischung aus Schalen, Zellstoff und Kernen. Wagemutige Finger griffen zu, um von dem bräunlichen Überbleibsel der einst rotbackigen Äpfel zu kosten. Naja, so besonders schmeckte das nicht. Für Rehe allerdings, so lernten die Kinder, ist dies ein nahrhaftes Winterfutter.

So wandte sich das Interesse dem Saft zu - auch wenn das Zutrauen nicht von Anfang an bei allen Kindern gleich groß war. Die dunkle Brühe, die da im Fass schwappte, ähnelte äußerlich so überhaupt nicht dem goldgelben Getränk, das man im Supermarkt kaufen kann. Freilich siegte die Neugier über den Zweifel. Welche Überraschung nach dem ersten Schluck: "Ui, ist das süß!", "Mensch, schmeckt das gut". So was Gutes und auch noch selbst gemacht (ein ganzes Fass voll), da konnte das Getränk aus dem Laden in der Wertschätzung natürlich nicht mehr mithalten.

Christian Kugler grinste: Mission erfolgreich verlaufen, wieder ein Punktsieg für das heimische Streuobst und die von den Obstbauvereinen propagierte Eigenverwertung.

Die Studien der Kinder gingen noch ein paar Tage weiter, wobei auch Apfelküchle gebacken wurden. Anschließend gab es nichts mehr, was die jungen Leute noch hätten über das Obst lernen können. Natürlich ist dieses - erlebnisreich vermittelte - Wissen nicht auf Äpfel beschränkt, schließt es doch automatisch auch Natur- und Pflanzenwissen und nicht zuletzt ein tüchtige Portion Heimatkunde mit ein.