Benevit-Geschäftsführer Kaspar Pfister fordert bereits seit Monaten regelmäßige Corona-Tests für die Bewohner und Mitarbeiter der Benevit-Einrichtungen. „Die jetzige Teststrategie des Bundes ermöglicht dies nun. Endlich!“, sagt Pfister, der zusammen mit seinem Krisenteam auf dieser Grundlage auch eine neue Benevit-Teststrategie erarbeitet hat.

Täglich zehn Stichproben in jedem Heim

Diese sieht neben regelmäßigen Reihentests auf das Coronavirus nun vermehrt auch Antigen-Schnelltests vor. Täglich sollen in jeder Einrichtung insgesamt etwa zehn Antigentests stichprobenartig bei Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern gemacht werden. Bei Besuchern wird ein Antigentest vor allem dann erforderlich, wenn aufgrund der Umstände des Bewohners keine FFP-2-Maske getragen oder der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Oder aber, wenn der Besucher aus einem Risikogebiet kommt oder andere Risikofaktoren vorliegen. Der Test wird von Pflegefachkräften durchgeführt und wird täglich rund vier bis fünf Stunden Arbeitszeit in Anspruch nehmen.
Beim Erarbeiten der Testkonzeption standen deshalb neben dem Schutz auch die Leistbarkeit und die praktische Umsetzung im Fokus.

Schulungsvideo für alle Mitarbeiter

Am vergangenen Freitag sind die Tests in der Benevit-Zentrale in Mössingen eingetroffen und wurden umgehend an alle 26 Einrichtungen, ambulanten Dienste und Tagespflegen verteilt. In einem Schulungsvideo leitet das Team aus dem Qualitätsmanagement die Mitarbeiter Schritt für Schritt an, die Tests richtig anzuwenden. Seit Samstag kommen die Tests bei Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern zum Einsatz.
Der Antigentest ist in vielerlei Hinsicht eine Erleichterung für Pflegeeinrichtungen. Besteht bei Bewohnern oder Mitarbeitern ein erhöhtes Infektionsrisiko, könne beispielsweise die Schutzphase verkürzt werden. Ein erhöhtes Risiko besteht zum Beispiel nach Krankenhausaufenthalten, bei einem Neueinzug oder nach dem Urlaub. Besteht ein auffälliges Screening (beispielsweise durch erhöhte Temperatur) oder gab es einen Drittkontakt zu einem Infizierten, könne schnell Klarheit geschaffen und entsprechende Maßnahmen angepasst werden.

Kosten: 80.000 Euro pro Monat

„Das bedeutet für uns rund 10 000 Tests und folglich 80 000 Euro pro Monat. Aber das ist es uns wert“, betont Kaspar Pfister, der von dem neuerlichen Aufschwung der Pandemie wenig überrascht ist. Vorsichtiges, umsichtiges und vor allem professionelles Handeln lautet die Devise der Unternehmensgruppe seit Beginn der Pandemie. Denn trotz der steigenden Fälle ist keiner der rund 2300 Benevit-Heimbewohner und -Klienten aktuell an dem Virus erkrankt. Seit Mai liegen die Infektionszahlen bei null. Aktuell sind nach Benevit-Angaben zwei Mitarbeiter/innen infiziert und befinden sich in Quarantäne. Es habe jedoch weder für Bewohner noch für Mitarbeiter ein Ansteckungsrisiko bestanden.
„Es steht wieder eine harte Zeit vor uns. Aber dessen waren wir uns stets bewusst. Wir sind vorbereitet und werden das gemeinsam meistern“, betont Pfister.

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Bundesweit an 30 Standorten tätig


Die Benevit-Gruppe ist ein inhabergeführtes Familienunternehmen, das Dienstleistungen für ältere, pflege- und betreuungsbedürftige Menschen erbringt. Die Unternehmensgruppe ist bundesweit an 30 Standorten tätig – in der Region unter anderem in Burladingen, Onstmettingen und Mössingen – und betreibt 26 stationäre Pflegeeinrichtungen mit rund 1700 Plätzen in fünf Bundesländern. Dies überwiegend nach dem Benevit-Hausgemeinschaftskonzept in Wohngruppen mit zehn bis 15 Bewohnern. In den ambulanten Diensten der Gruppe werden rund 900 pflegebedürftige Menschen versorgt. Zusätzlich wird teilstationäre Pflege eingestreut und in vier solitären Tagespflegeeinrichtungen angeboten, ebenso barrierefreie und betreute Wohnformen. Rund 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten bundesweit für die Benevit-Gruppe.