Hausen i. K Clarinet 006 startet mit Bond 007

Mit gekreuzten Instrumenten: Johannes Schuler (links) und Holger Schulze beim "Klarinettenmuckl". Foto: Tanja Marquardt
Mit gekreuzten Instrumenten: Johannes Schuler (links) und Holger Schulze beim "Klarinettenmuckl". Foto: Tanja Marquardt
Hausen i. K / TANJA MARQUARDT 12.11.2013
Auftakt mit 007: Mit Sonnenbrillen und der James-Bond- Melodie startete das Ensemble Clarinet 006 seinen "Jungfernflug", wie Johannes Schuler den ersten Auftritt der Gruppe überhaupt bezeichnete.

Mehr als 100 Zuhörer waren am Sonntagnachmittag ins Hausener Nikolausheim gekommen, um den gebürtigen Killertäler Johannes Schuler als Mitglied des Klarinettenensembles Clarinet 006 spielen zu hören. Viele der Zuhörer - Musiker der Orchester aus Starzeln/Killer und Hausen - werden sonst von Schuler dirigiert.

Im Januar dieses Jahres bei einer Tupperparty der Mitgründerin Rie Clement-Miyauchi wurde die Idee zu Clarinet 006 geboren, weil, wie Schuler sagt, sie Spaß an der Musik haben und die Klarinette ihnen am Herzen liege. Johannes Knittel, Uschi Dahlhausen, Holger Schulze, Heike Hollborn, Rie Clement-Miyauchi und Johannes Schuler sind allesamt Profimusiker und Preisträger. Sie haben die Stücke gemeinsam ausgesucht und für ihr Ensemble arrangiert. "Jedes Mitglied ist gleichberechtigt, jeder darf seine Musikwünsche anbringen", erklärt Schuler. Besonders gerne spielen die Sechs Leonard Bernstein: Maria, Tonight, America, I feel Pretty: Als Frau fühlt man sich natürlich nur mit gepuderter Nase und roten Pumps richtig schön - die West-Side-Story begeistert immer. Leroy Anderson und George Gershwin, auch Musik von jenseits des Teichs, gehören ebenfalls zum Repertoire des Ensembles. Drei Stücke am Ende des Konzerts waren ihm gewidmet. Die Aufforderung "Clap your Hands" am Ende des Nachmittags hätte es nicht gebraucht, das Publikum applaudierte ohnehin lange und begeistert.

Dabei hatte Schuler vor der Premeire ihres ersten abendfüllenden Programms noch ein wenig Bedenken: "Wir wollen die Musik mit Witz und Charme rüberbringen", so Schuler vor dem Konzert, "ich hoffe, das klappt."

Es hat geklappt. "Wir wechseln die Instrumente durch, man weiß nie, wer auf welchem spielt", so Uschi Dahlhausen, nachdem sie dem Publikum die verschiedenen Klarinetten vorgestellt hatte: Von der Es- über die weit verbreitete B- über das selten gespielte Bassetthorn in F bis zur Bassklarinette in B hatten die Musiker alles dabei.

Und als daraufhin die beiden Solisten Johannes Schuler und Holger Schulze den "Klarinettenmuckl" spielten, war klar, was damit gemeint ist: Über Kreuz wird das Instrument des Anderen gespielt. "Immer kleiner" wird bei Schuler die Klarinette im gleichnamigen Stück von Adolf Schreiner, bis er nur noch auf dem Mundstück bläst.

Die zweite Hälfte des Konzertes gehörte der "Weltmusik". Klarinette ohne Klezmer, Klezmer ohne Klarinette - das geht nicht. Vor allem Holger Schulze hat viele traditionelle Stücke dieser jiddischen Musik für das Klarinettenensemble bearbeitet.

Nach Florian Seeger und seiner Gruppe Volxtanz vor Jahresfrist hat sich der Musikverein Hausen mit Johannes Schuler wieder einen "Heimkehrer" und dessen außerordentliches Ensemble zum Konzert ins Nikolausheim eingeladen. "Eine reine Klarinettengruppe ist sehr, sehr selten", freute sich der Vorsitzende Stefan Seeger, und der Erfolg des Nachmittags gab den Veranstaltern erneut recht, wieder etwas Außergewöhnliches ausprobiert zu haben.

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