Melchingen Bewegender Abschied für Roland Schanz

Lena Barth sang dem Narrenvater zu seinem im März bevorstehenden Abschied ein Lied. Da wurde manches Auge in der Festhalle feucht.
Lena Barth sang dem Narrenvater zu seinem im März bevorstehenden Abschied ein Lied. Da wurde manches Auge in der Festhalle feucht. © Foto: Adelbert Barth
Melchingen / Adelbert Barth 13.02.2018
Der Melchinger Narrenpräsident will bei der Hauptversammlung im März sein Amt abtreten.

Prinzessin Lena I. eröffnete den Melchinger Rosenmontagsball. Doch zunächst bedankte sie sich, zusammen mit ihrem Onkel Adelbert Barth alias Peter Fidel für die großartige Unterstützung beim „Närrischen Ohrwurm“. „Ohne euch hätten wir keinen 3. Platz erreicht. Vielen Dank dafür“, rief Lena in die jubelnde Menge.

In ihrer Rede erinnerte sie daran, dass sie vor zehn Jahren bereits Kinderprinzessin war und dass es für sie nichts Schöneres gibt, als in Klein-Berlin Fasnetsprinzessin zu sein. „Aber Vorsicht hier besteht absolute Suchtgefahr.“

Dann kam sie auf ein wehmütiges Kapitel der Melchinger Fasnet zu sprechen. An den Präsidenten gerichtet sagte sie: „Roland, du bist länger Präsident als ich alt bin und mich erfüllt es mit Stolz, zum Ende deiner Amtszeit mit dir feiern zu dürfen.“

Schanz, muss man dazu wissen, hat angekündigt, bei der kommenden Hauptversammlung nicht mehr als Vorsitzender zu kandidieren. Wer die Nachfolge antreten könnte, ist bislang nicht bekannt, man geht aber allgemein davon aus, dass Schanz, wie man es von ihm gewohnt ist, schon Weichen gestellt hat und seine Leute nicht plötzlich vor dem Nichts stehen werden.

Lena ließ den scheidenden Präsidenten auf die Bühne kommen und sang nur für ihn „Mach’s guat Roland, du wuscht dr Fasnet fehla“. Das sahen auch andere so: Mit stehendem Beifall bedankten sich die Melchinger Narren bei ihrem Präsidenten für das, was er für sie geleistet hat.

Die Mittlere Garde zeigte ihren Showtanz „Werkstatt“. Mit launigen Worten und mit passenden Sprüchen führte Stefan Kürsammer durch das weitere Programm und kündigte den Altmeister der Klein-Berliner Humoristen, Helmut Viesel, an. Der wusste allerlei aus dem Dorfleben zu berichten.

Danach betrat die Große Garde die Bühne und zeigte ihren Marsch. Wortgewaltig und in Reimform lästerte der Engel Phillip Götz über die „Melchinger Superhelden“ und brachte manches Missgeschick zu Tage. Auch Götz verabschiedete sich von Roland Schanz und meinte „In Melchingen gibt es bald einen Walk of Fame – und dir gehört der erste Stern darauf.“

Die drei „Reigschmeckte“, Julia Viesel, Natascha Pfahler und Hannegret Bausinger, besangen ihre neusten Lieblinge, den Dampfstrahler, den Laubsauger sowie die Kettensäge. Gespenstisch wurde es beim Showtanz der Großen Garde, unter dem Motto „Tanz der Vampiere“. Aus dem Nähkästchen einer Musikprobe plauderten und sangen Bastian-Dominik Barth, Fabian Graeser, Johannes Schneider und Lena Barth.

Eine Verkäuferschulung präsentierten Roland Schanz, Michael und Natascha Pfahler, Gerina Vollmer, Manfred Maichle und Benny Theinert. Dabei wurden die Lachmuskeln nochmals tüchtig strapaziert. Hannergret Bausinger und Uli Barth unterhielten sich über die Tätowierung von chinesischen Schriftzeichen und sangen ein Lied vom Campingurlaub. Auch das war närrische Unterhaltung vom Feinsten.

Den krönenden Abschluss machten die Burghexen und Bären mit ihren schaurig-schönen und akrobatischen Tänzen. Und bis in die frühen Morgenstunden tanzen die Besucher zur Musik von Alexander Dollinger.

23

Jahre war Roland Schanz Präsident der Klein Berliner Narrhalla – eigenwillig, kauzig und 100-prozentig verlässlich hat er die Melchinger Fasnet bewahrt und geprägt. Ein Fels in der närrischen Brandung, ein Urgestein!

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