Burladingen Besucher vom Mars? Nein, der Gefahrguttrupp

Keine Außerirdischen, sondern Burladinger Feuerwehrleute, die sich mit speziellen Schutzanzügen zum verschütteten Chlor vortasten.
Keine Außerirdischen, sondern Burladinger Feuerwehrleute, die sich mit speziellen Schutzanzügen zum verschütteten Chlor vortasten. © Foto: Vera Bender
VERA BENDER 17.06.2015
Gleich mehrere gefährliche Szenarien fanden die Burladinger Feuerwehrleute bei ihrer Jahreshauptübung vor: Brand mit Rauchentwicklung, ausgelaufenes Chlor und ein Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person.

"Hurra, hurra, die Schule brennt", hieß es am Wochenende im Burladinger Schulzentrum. Im Technikraum - so lautete das Szenario bei der Hauptübung - war ein Feuer ausgebrochen und machte durch die starke Rauchentwicklung eine Flucht der etwa 15 Schüler in den verschiedenen Klassenzimmern über das Treppenhaus unmöglich. Wie gut, dass sofort über die Brandmeldeanlage die Feuerwehr alarmiert wurde.

Währenddessen warteten zahlreiche Schaulustige gespannt auf das weitere Vorgehen, denn glücklicherweise handelte es sich ja um eine Übung und nicht um einen Ernstfall. Stadträte, Ortsvorsteher und Bürger hörten auch schon bald das Martinshorn, welche das Nahen der Burladinger Feuerwehrabteilung ankündigte. Mit ihrem Tresorschlüssel konnten die Feuerwehrleute vor Ort die Schlüssel fürs Gebäude holen. Interessant wurde es vor allem, als die ersten Floriansjünger rote Schutzanzüge überzogen, so dass sie fast wie Außerirdische aussahen.

Denn im Keller des Hallenbades war Chlor ausgelaufen. Als der Hausmeister gerade Chlor in die Anlage einfüllen wollte, hörte er das akustische Signal, man müsse das Schulzentrum räumen. Dabei erschrak er so sehr, dass er eine große Menge des giftigen Stoffes verschüttete. So zumindest die Übungsannahme. Gut, dass die Burladinger Wehr eine Gefahrgutabteilung hat. Gut geschützt drangen die Feuerwehrmänner zum Einsatzort vor.

Inzwischen wartete man an der Rückseite des Gebäudes von Realschule und Progymnasium auf die große Drehleiter. Schließlich galt es, die Jugendlichen aus dem verrauchten Gebäude zu retten. Von vorn versuchte man derweil den Brand in den Griff zu bekommen, und im Gebäude sammelten die Feuerwehrleute die einzelnen Schüler ein. Längst hatte die Einsatzleitung weitere Abteilungen nachalarmiert. Hier bedurfte es einfach Hilfe.

Schließlich war auf dem Busparkplatz ein Schaulustiger mit seinem Opel Corsa verunglückt. Der Wagen hatte sich überschlagen, blieb auf der Seite liegen, und der Fahrer war eingeklemmt. Auch hier leisteten die Feuerwehrleute schnelle Hilfe. Das Dach wurde vorsichtig abgenommen, so dass der Verletzte geborgen werden konnte. Stadtbrandmeister Ilija Pilic konnte mit seinen Leuten sehr zufrieden sein. Koordiniert und gekonnt stellten sie sich den drei Szenarien und bewältigten sie hervorragend.

Insgesamt waren rund 80 Feuerwehrleute im Einsatz. Sämtliche Abteilungen der Gesamtstadt beteiligten sich. Einzig die Staffel aus Killer musste sich abmelden, weil sich zu viele Feuerwehrleute bei der Feuerwehrmesse befanden. Der stellvertretende Kommandant Michael Schuler erläuterte den interessierten Bürgern die einzelnen Szenarien und Abläufe. Vor allem die reibungslose Zusammenarbeit und die notwendige Kommunikation werden geprobt.

Bei einer reinen Übung sollte es am Samstag allerdings nicht bleiben. Denn aus Hausen wurde am Mittag noch ein realer Brand gemeldet, zu dem die Feuerwehr schnell ausrückte. Und erst dann konnten sich die Ehrenamtlichen mit ihren Gästen ein Feierabendbier im Feuerwehrhaus gönnen.