Burladingen Benevit engagiert sich in Hettingen

Geplantes Altenwohn- und Pflegeheim in Hettingen: Die Bürgerversammlung war hervorragend besucht, die Stimmung, so beurteilt es Bürgermeisterin Dagmar Kuster, überaus positiv.
Geplantes Altenwohn- und Pflegeheim in Hettingen: Die Bürgerversammlung war hervorragend besucht, die Stimmung, so beurteilt es Bürgermeisterin Dagmar Kuster, überaus positiv. © Foto: privat
Burladingen/Hettingen / Matthias Badura 06.09.2018
In der Lauchtertalgemeinde soll „Im Winkel“ ein Seniorenheim mit 56 Einzelzimmern und zusätzlichen Wohnungen entstehen.

Ein weiteres Pflegeheim der Benevit soll in Hettingen entstehen. In einer Bürgerversammlung stellten Kaspar Pfister, der Geschäftsführer des Unternehmens, und die Hettinger Bürgermeisterin Dagmar Kuster das Projekt vor. 150 Bürger auch aus den umliegenden Laucherttalgemeinden waren gekommen.

Wie Dagmar Kuster erläuterte, hält man das Quartier „Im Winkel“ für den idealen Standort. Ob allerdings an der Stelle wirklich gebaut werden kann, muss sich noch herausstellen. Das Gebäude, das sich momentan dort erhebt, ist zwar desolat, jedoch denkmalgeschützt, womöglich nisten auch Vögel und Fledermäuse darin.

Die Bedenken werden derzeit  von den Behörden geprüft. Wie Kaspar Pfister gestern gegenüber der HZ sagte, sei das ein „Riesenprozess“, der seine Zeit dauere. Wenn man jedoch grünes Licht erhalte, könnte der Startschuss für den Bau im kommenden Jahr fallen. Wenn nicht,  müsse man nach einem neuen Standort innerhalb der Gemeinde suchen.

Bei einem Einzugsgebiet von knapp 5000 Einwohnern in Hettingen und Umgebung sind in dem künftigen Heim vier „Hausgemeinschaften“ mit jeweils 14 Bewohnern geplant, die auf 56 Einzelzimmer verteilt sein werden. Außerdem soll die Anlage drei barrierefreien Mietwohnungen beherbergen – ähnlich wie das Haus Fehlatal in Burladingen oder andere Heime von Benevit.

In der vorläufigen Planung umfasst das Haus 3500 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche; das heißt 60 Quadratmeter pro Bewohner. Wie der Geschäftsführer zudem erläuterte, entstehen durch den Betrieb 50 neue Arbeitsplätze. Die Investitionssumme beziffere sich auf rund sechs Millionen Euro.

Kaspar Pfister steht derzeit mit weiteren Kommunen in Kontakt, die ebenfalls den Bau und Betrieb eines Pflegeheims anstreben. Unter anderem mit Meßstetten. Sein Unternehmen, betonte Pfister, sei jedoch nicht auf „Expansionskurs“. Es seien die Kommunen, die auf Benevit zukommen. „Dann schaut man sich’s an. Wenn es machbar ist und man sieht, dass die Bevölkerung hinter dem Vorhaben steht, kann man sich nicht verwehren.“

Andere Dienstleister und Investoren seiner Branche, meint der Benevit-Chef, würden um Landgemeinden einen weiten Bogen machen. Er erkenne hier jedoch eine „Nische“. Zudem komme es seinem „kommunalen Ehrgeiz“ entgegen, die Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern. Damit spricht Pfister auf seine Herkunft als Sohn Ringingens sowie als Burladinger Bürger und vormaliger Hauptamtsleiter an.

Dass persönliche Verbindungen ebenfalls eine Rolle spielen, verschweigt er nicht. Auch Hettingens Bürgermeisterin Dagmar Kuster ebenso wie Meßstettens Stadtoberhaupt Frank Schroft stammen aus Burladingen. Das verkürzt die Wege, vereinfacht die Verhandlungen.

Nach Aufträgen suchen, so macht Pfister aber nochmals deutlich, müsse er nicht. Der Pflegebedarf steige bundesweit rasant. Anfragen erhalte er von überall her. Dabei sei es nicht das Problem, neue Heime zu bauen. „Das ist einfach. Aber hinterher kommt die Frage, woher kriegt man das Personal?“

Dagmar Kuster, mit der die HZ ebenfalls gestern sprach, erzählte von sich aus, es sei die Gemeinde Hettingen gewesen, die sich mit dem dringenden Anliegen eines Heimes an Pfister gewandt habe. Allerdings, wie sie ausdrücklich betont, erst nachdem der Streit ums Burladinger Ärztehaus zwischen dem Gemeinderat und Bürgermeister Harry Ebert entschieden war.

Man habe sich nicht dazwischengeworfen oder versucht, Pfister ,abzuwerben’. Im Übrigen, das ist ihr wichtig zu betonen, seien die Hettinger augenscheinlich begeistert von dem Projekt – und hoffen, dass es verwirklicht wird.

Über 30 Standorte in ganz Deutschland

Benevit Das Unternehmen zählt inzwischen 2000 Mitarbeiter an über 30 Standorten und 3700 Kunden in fünf Bundesländern. Die Leistungspalette umfasst neben Pflege- und Wohnanlagen auch ambulante Dienste, betreutes Wohnen oder Tagespflege. In Burladingen betreibt Benevit das Wohn- und Altenpflegeheim Haus Fehlatal, sprang außerdem als Investor für das Ärztehaus ein. Weitere Infos unter www.benevit.net/

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