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Die Bewohner des Hauses Fehlatal besuchten dieser Tage den Hausener Vereinssitz der Tierauffangpflege Pfotenengel Zollernalb.

Es war dieser Tage ganz schön was los im Hausener Engelswies. Die Pfotenengel hatten zum Kaffee-Nachmittag in den Garten ihres Anwesens geladen. Viele Besucher nahmen die Einladung an. Zahlreiche Mitglieder, Tierfreunde und mehrere Bewohner des Pflegeheimes Haus Fehlatal und Benevit, waren gekommen.

Die Vorsitzende des Vereins Pfotenengel Zollernalb, Sandra Topler, führte durchs Haus und zeigte auch das neue Katzengehege. Bei herrlichem Wetter gab es nebenher, vorher oder danach, ganz wie man mochte, Kaffee und Kuchen.

Lämmer sind die Attraktion des Nachmittags

Die Attraktion des Nachmittags war die Schafherde. Es sind Lämmer von Zwillings- oder gar Drillingsgeburten, die von ihrer Mutter nicht angenommen wurden. Eine dem Verein nahestehende Bekannte zieht sie mit der Flasche groß, im Engelswies freuen sie sich nun ihres Lebens.

Die Besucher durften die Lämmer nicht nur streicheln, sondern auch füttern. Das rief natürlich besonderes Entzücken hervor, alle Augen leuchteten, wenn sich die Schäflein als besonders zutraulich erwiesen. Das mag für einen im Leben stehenden Menschen eher verwunderlich oder gar befremdlich erscheinen. Aber den alten Menschen, die nicht jeden Tag Besuch von Verwandten bekommen – weil die ja auch ins Arbeitsleben eingespannt sind – bereitete die Zutraulichkeit der Vierbeiner eine besondere Freude.

Erinnerungen an früher kommen hoch

Vielleicht erinnerte sich mancher der älteren Menschen auch daran, dass Tiere in ihrer Jugend viel gegenwärtiger waren als heute. In nahezu jedem Haus standen Kühe, grunzten Schweine, gackerten Hühner. Und wer gar nichts hatte, der hatte eine Gans. Denn, die Gans „ist die Kuh von de ganz arme Leut’, ganz arme Leut’, ganz arme Leut’...“ Alles längst vorbei und nur noch in Fasnetsschlagern der Erinnerung wert.

Immer wieder bekommen die Pfotenengel Besuch. Schulen, die Lebenshilfe und viele andere machen sich so ein Bild von der Arbeit des Vereins.

Plötzlich allein gelassene Tiere finden Platz

Was ist die Arbeit des Vereins? Die Pfotenengel nehmen verwaiste Tiere auf, deren Besitzer sich plötzlich nicht mehr um sie kümmern können, meist, weil sie ins Altersheim müssen und keine Angehörigen da sind, die sich um die Vierbeiner kümmern können oder wollen. Die Vereinsangehörigen nehmen die Tiere bei sich zuhause auf.

Das Vereinsheim im Engelswies, so die Aussage von Sandra Topler, soll nur eine Notaufnahmestation für solche Vierbeiner sein, die man nicht umgehend vermitteln kann. Und auch dann, das sagte Topler in früheren Gesprächen gegenüber der HZ, werden die Tiere nicht allein gelassen. Ein Vereinsmitglied wohnt bei ihnen, bis eine Lösung gefunden ist.

Die Vorsitzende betont das deshalb, weil immer wieder Befürchtungen auftauchten, in dem Haus und auf dem Gelände könnten Tiere eingepfercht und mehr oder weniger sich selbst überlassen bleiben. Gerade das sei nicht der Fall. Falls dort Hunde oder Katzen untergebracht werden, sei immer jemand da, der sich um sie kümmert.

Gepfleges Anwesen

Das mag man glauben oder nicht, aber wer durch das Haus geht, ist geneigt, Toplers Aussagen zu vertrauen, alles ist gepflegt, Wohnstuben, Bad, Küche, so hergerichtet, als ob man dort als Familie sofort einziehen könnte. Zwinger oder Räume, in die ein verantwortungsloser Mensch einen Hund sperren könnte, findet man keine.

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Eine neue Heimat für Verwaiste

Infos Wer sich für die Arbeit der Pfotenengel interessiert, wer einmal bei einem der Treffen im Hausener Engelswies dabei sein möchte, wer sich insbesondere aber vorstellen könnte, ein verwaistes, älteres Tier bei sich aufzunehmen, das plötzlich die Heimat verloren hat, kann sich mit dem Verein Pfotenengel in Verbindung setzen. Alle Infos gibt es unter www.pfotenengel-zollernalb.de/.