Melchingen / Matthias Badura

Im Melchinger Lindenhof können Bürger im Servicebüro ab sofort Gelbe Säcke bekommen, Touristen sich mit Prospektmaterial versorgen und einen Kaffee trinken. Ein Kinomobil gastiert von nun an einmal monatlich sonntags im Theatersaal, das Erzählcafé, bei dem profilierte Menschen aus der Gegend über sich plaudern, startet. Ein Theaterexperimentierclub, in dem begeisterte Laien zusammen mit Profis  eine Produktion – egal welcher Art – erarbeiten können, ist in Vorbereitung. Ebenso ein Wohnzimmertheater: ein Ein-Mann-Stück geschrieben und gespielt von Ensemblemitglied Franz-Xaver Ott, das sich Privatleute für eine Aufführung bei sich zuhause mieten können. Ein Frisör wird in absehbarer Zeit seine Dienste im Lindenhof anbieten und ein Postkasten hat schon einige Resonanz erfahren. Jedermann kann in der Box, die aussieht wie ein Foto-Fix, schriftlich Fragen stellen, Anregungen geben. Noch steht der Kasten im Melchinger Foyer, demnächst geht er auswärts auf Wanderschaft.  Nicht zuletzt hat der Austausch mit den Landestheater Tübingen  begonnen, in Zukunft gastieren die Neckartäler in Abständen mit Kinder- und Jugendstücken auf der Alb, während die Melchinger unten Gastspiele geben werden.

Mitfinanziert werden diese Projekte hier und an anderen Stellen im ganzen Land von der Kulturstiftung des Bundes und zwei Ministerien. Die Absicht ist es, Kulturangebote auf dem Land zu vertiefen, zu stärken, weiter zu entwickeln. Wie Lindenhof-Intendant Stefan Hallymayer sagte, erkennt sein Theater darin die Chance, neue Wege zu eröffnen, noch stärker in den Austausch mit dem Publikum und der Öffentlichkeit zu treten. Aber auch Ideen für neue Theater-Konzepte zu erhalten. Durchlässigkeit und Wandel sind die Zauberworte. Wie sich das alles entwickelt – das wisse niemand. Man sei gespannt, der Start vielversprechend.

Teils schon gestartet: Die Vorhaben des Lindenhofs

Projekte „Trafo – Modelle für Kultur im Wandel“ ist eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes. Damit soll landesweit die vorhandene Kultur abseits der Zentren gestärkt, ausgebaut oder fit für die Zukunft gemacht werden. Der Lindenhof hat sich für seine Vorhaben innerhalb des mehrjährigen Förderprogramms den Titel „Stadt.Land.Im Fluss“ gewählt. Die Projekte, die er  sich vorgenommen hat, sind: Servicebüro, Postkasten, Erzählcafé, Theaterexperimentierclub, Theaterkino, ´Wohnzimmertheater, Kulturpartner, Theaterfrisör sowie Kinder- und Jugendtheater in Kooperation mit dem LTT Tübingen. Das Servicebüro ist eingerichtet, der Postkasten steht bereits im Foyer der Theaterscheune, das erste Erzählcafé mit Pfarrer Martin Rose als Gast zum Thema „Neuankömmlinge auf der Alb“ findet am Sonntag, 27. November, statt. 17..30 Uhr im Melchinger „Café Anne“.