Themen in diesem Artikel

Bahnhofstraße
Burladingen / Matthias Badura Die Aufhebung der begrenzten Parkzeit in der Burladinger Stadtmitte sorgt für heftigen Unmut.

Die Tafeln, die auf den Parkschildern längs der Burladinger Hauptstraße anzeigen, wie lange Autos hier stehen bleiben dürfen, nämlich zwei Stunden, sind mit roten Plastikstreifen überklebt. Also eine vorläufige Regelung, sie besagt aber eindeutig: Man darf derzeit tagsüber hier parken, solange man will.

Nun sind die Plätze, wie man sehen kann, dieser Tage dauerbelegt, und man könnte mutmaßen, dass es in der Burladinger Ladenwelt brummt. Aber natürlich halten sich die wenigsten Wagenbesitzer in den Läden auf, sondern gehen anderen Verrichtungen nach.

Die Ladeninhaber freut das überhaupt nicht. Ihre Kunden, klagen sie, müssten weit weg parken und verlören die Lust, in Burladingen einzukaufen.

Wer hat die Schilder überklebt? Es war die Stadtverwaltung. Und zwar, wie die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Rosi Steinberg, ermittelt hat, hat sie das auf Anraten der Polizei getan, um die durch den Rathausplatz-Umbau hervorgerufene, prekäre Verkehrs- und Parksituation im Stadtkern zu entschärfen. „Das war kein Beschluss des Stadtrates“, merkt die Freie Wählerin dazu an.

Wann die Kleber entfernt werden, ab wann wieder die befristete Parkzeit gilt? – wollte die Stadträtin am Donnerstag in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates von der Verwaltung wissen.

Anfangs Juni, hieß es, werde der Feinbelag in der Bahnhofstraße aufgebracht. Damit, so kann man es verstehen, könnten in der Bahnhofstraße Parkmöglichkeiten entstehen – allerdings wohl nur wenige, außerdem wäre die Zufahrt auf den Parkplatz gegenüber dem Tafelladen wieder frei. Ebenso erleichtert sich der Zugang zum Friedhofsparkplatz.

Damit ist der Verdacht ausgeräumt, die Rathausverwaltung habe die begrenzte Stehzeit entlang der Hauptstraße von sich aus aufgehoben, um ihren Angestellten Parkmöglichkeiten zu verschaffen – nach dem Prinzip „Verwaltung first“. Im Raum steht aber der Verdacht, es seien doch „viele“ Rathausmitarbeiter, die ihre Autos hier während der Arbeitszeit abstellen.

Der Vorwurf ist jedoch insofern nicht gerecht, als den Rathausmitarbeitern hausintern in einer Mail von der Verwaltung nahegelegt wurde, sie sollen während der Bauphase den Friedhofsparkplatz benutzen.

Warum wird der Friedhofsparkplatz aber allgemein viel weniger genutzt als er genutzt werden könnte?

Etwa weil die direkten Wege vom Friedhof zur Stadtmitte der Bauarbeiten wegen derzeit blockiert sind? Wer parken möchte, versucht, dieser Überlegung zufolge, sein Glück lieber in der Nähe des Rathauses.

Rosi Steinberg ist dieses Argument, wie sie später gegenüber der HZ erzählte, privat schon begegnet. Aber sie lässt es nicht gelten. So groß seien die Umwege schließlich auch wieder nicht, die könne man gut zu Fuß zurücklegen.

Am Schluss stand die Empfehlung Dörte Conradis (CDU), dass die jungen und fitten unter denen, die einer Arbeit im Zentrum nachgehen, doch etwas außerhalb parken. Im Übrigen hofft man auf die baldige Fertigstellung der Bahnhofstraße und damit auf eine allmähliche Entspannung der Lage.