Burladingen Auch der Terroropfer von Paris wird gedacht

Am Ehrenmal in Burladingen wurden Kränze niedergelegt und der Opfer von Kriegen und Gewalt gedacht.
Am Ehrenmal in Burladingen wurden Kränze niedergelegt und der Opfer von Kriegen und Gewalt gedacht. © Foto: Vera Bender
VERA BENDER 16.11.2015
Fahnen auf Halbmast: Auch in Burladingen und den Teilgemeinden wurde am gestrigen Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht.

Was Terror ausrichten kann, hat man ganz aktuell in Paris erlebt. Vor diesem Hintergrund war es am gestrigen Sonntag eigentlich auch wenig verständlich, dass Jahr für Jahr weniger Menschen an den Feierlichkeiten zum Volkstrauertag teilnehmen. Gerade gestern hätte man eine größere Solidarität erwarten können, und dennoch war die Schar der Besucher so gering wie nie zuvor.

Stimmgewaltig und fast vollzählig waren dafür wieder die Mitwirkenden erschienen, so wie der Liederkranz unter der Leitung von Sigrid Uhle-Wettler und die Stadtkapelle unter der Leitung von Thomas Wunder. Sie sangen und spielten zu Ehren der Gefallenen aus der Heimat und genauso zu Ehren der vielen Opfer auf der gesamten Welt. Eine Abordnung der Feuerwehr Burladingen legte die Kränze am Ehrenmal nieder, während Bürgermeister Harry Ebert sowie seine beiden Stellvertreter Klaus Ritt und Rosi Steinberg sich vor dem bildhaften Zeichen der Gefallenen verneigten.

Man müsse den Frieden festigen, die Begegnung der Völker und die Annäherung zwischen den Ländern fördern, Ehrfurcht und Achtung vor dem Nächsten zeigen und vor allem den Frieden in uns selbst finden, sagten zwei Schülerinnen der neunten Klasse des Progymnasiums. Tia Schöpf und Jenny Mauz hatten sich im Vorfeld gemeinsam mit ihrer Lehrerin Martina Landwehr auf die Feierstunde in Burladingen vorbereitet und erläuterten, was man unter dem "Weltfrieden" zu verstehen habe.

Kein Krieg und keine Feindseligkeiten, keine Gewalt und keine Unterdrückung, der Respekt unter den Weltreligionen, die Akzeptanz jedes einzelnen, unabhängig von Hautfarbe und Rasse - dies sei alles unter dem Begriff des "Weltfriedens" zu verstehen. Die beiden Schülerinnen brachten es zum Schluss auf den Punkt: "Weltfrieden ist ein Zeichen von Toleranz und Respekt untereinander."

Die beiden Pfarrer Konrad Bueb und Christoph Dinkelacker sprachen Bittgebete, die ins gemeinsame Vaterunser mündeten. "Gott, du willst das Wohl und nicht die Vernichtung des Menschen", so die Seelsorger, die auch der Opfer der Terroranschläge von Paris gedachten. Man wolle jedes einzelnen Opfers von Krieg und Gewalt gedenken und besonders auch der Opfer von Paris, verdeutlichte auch Bürgermeister Ebert in seiner Ansprache.

Ebert erinnerte auch an die zig Millionen Tote der Weltkriege. Heutzutage, da es immer weniger Zeitzeugen dieser Gräuel gäbe, sei das Erinnern besonders wichtig, um für die Zukunft zu lernen, damit Friede, Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit nicht nur leere Worte seien.