Zwei Männer aus dem Raum Burladingen sind am Amtsgericht Hechingen angeklagt. Sie sollen im April 2016 versucht haben, sich Kriegswaffen und zugehörige Munition zu besorgen. Wobei das Geschäft nicht zustande kam, weil der angebliche Händler in Wirklichkeit wohl niemals die Absicht hatte, drei bestellte Maschinenpistolen zu liefern.

Wie es in der Anklageschrift heißt, wollte der jüngere der beiden Männer (58) zwei vollautomatische Waffen erwerben, um für einen Krieg, den er vor der Tür stehen sieht, gerüstet zu sein. Der zweite Angeklagte (59) habe sich angeschlossen und eine Waffe mitbestellt.

Staatsanwalt Patrick Bader geht weiter davon aus, dass die Männer dem Lieferanten dafür 5500 Euro Vorkasse bezahlten. Übergeben wurde das Geld demnach vom Jüngeren an einer Tankstelle in Albstadt.

Der Jüngere bestätigte die Vorwürfe insoweit, er habe tatsächlich gegenüber anderen mehrfach die Meinung vertreten, man benötige in einem Krisenfall vollautomatische Waffen, um seinen Besitz verteidigen zu können.

Wie man ihn weiter verstand, erscheint ihm ein solches Katastrophenszenario aufgrund der in Deutschland anwesenden afrikanischen und arabischen Flüchtlinge realistisch. Wenn diese Gruppe keine Unterstützung mehr erhalte, könne es zum Äußersten kommen und es könnten bürgerkriegsähnliche Zustände auftreten, bei denen „Horden“ auf der Suche nach Nahrung durch die Straßen ziehen. Wie man sich da verteidigen wolle?

Er räumte ebenfalls ein, bei jemandem mit Verbindungen ins ehemalige Jugoslawien eine Bestellung aufgegeben zu haben, nachdem der ihn gefragt habe, ob er eine Waffe brauche. Seine Zusage sei jedoch im betrunkenen Zustand erfolgt. Nachdem er zuvor den Mund zu voll genommen habe, so der 58-Jährige, habe er nicht mehr zurück gekonnt und „Ja“ gesagt. Bekommen hätte er die Waffen vom Anbieter aber unter Garantie nie, meinte er weiter. „Da hätte ich auch den Zauberstab von Harry Potter erwerben können. Ich wurde einfach übers Ohr gehauen.“

Was seinen Mitangeklagten angeht, so habe dieser mit der „aufgebauschten“ Sache nichts zu tun. Er sei durch seine Schuld mit hinein gezogen worden. Bei dem Gewehr und einige zugehörige Patronen, das man bei ihm selbst gefunden habe, handle es sich um ein Erbstück seines Vaters, das er aus Nachlässigkeit nicht ordnungsgemäß angemeldet hatte.

Seine Ängste vor einem Krieg hatte der 58-Jährige eingangs mit Erfahrungen aus dem Bürgerkrieg begründet, den er im Südsudan erlebt habe. Später betonte er ausdrücklich, er habe eigenen politische Ansichten, aber er sei kein Reichsbürger.

Der Mitangeklagte antwortete auf die Frage des Vorsitzenden Richters Ernst Wührl, er habe niemals bei jemandem eine Maschinenpistole bestellt. Nachdem das Stichwort gefallen war, sagte er außerdem, auch er sei kein Reichsbürger. Er lehne den deutschen Staat in keiner Form ab, gehe täglich arbeiten und zahle ordentlich seine Steuern.

Die Widersprüche zwischen dem, was die Staatsanwaltschaft vortrug und dem, was die Angeklagten über den gescheiterten Waffenkauf darlegten, sollen in der Zeugenvernehmung nächste Woche aufgelöst werden. Die Fortsetzung ist am Mittwoch, 24. Juli, um 9 Uhr.

Als nächstes kommen Zeugen kommen zu Wort


Fortsetzung Der Prozess am Amtsgericht Hechingen wird am Mittwoch um 9 Uhr fortgesetzt. Nach ersten Einlassungen der Angeklagten sollen dann Zeugen gehört werden.