Burladingen Alice Acker will Rathauschefin werden

Alice Acker ist in der Burladinger Stadtverwaltung ein bekanntes Gesicht. Jetzt bewirbt sich die 52-jährige Diplom-Ingenieurin (FH) um das Bürgermeisteramt in Bad Buchau.
Alice Acker ist in der Burladinger Stadtverwaltung ein bekanntes Gesicht. Jetzt bewirbt sich die 52-jährige Diplom-Ingenieurin (FH) um das Bürgermeisteramt in Bad Buchau. © Foto: Privatfoto
Burladingen / Sabine Hegele 10.10.2018
Die EDV-Administratorin Alice Acker aus der Burladinger Stadtverwaltung tritt bei der Bürgermeisterwahl in Bad Buchau an.

Mitte September, am Tag der Demokratie, hatte sie neben der Burladinger Rathaustreppe – und in direkter Nachbarschaft zu einem Info-Stand der rechtspopulistischen AfD – noch mit Plakaten für mehr Demokratie geworben – jetzt wurde bekannt, dass sie in Bad Buchau für das Bürgermeisteramt kandidiert. Die Rede ist von Alice Acker, im Burladinger Rathaus als EDV-Administratorin tätig.

Die Plakate sind gedruckt, die Wahlkampfveranstaltungen terminiert. Nach der Sitzung des Bad Buchauer Gemeindewahlausschusses am Dienstagabend stehen Alice Acker nun arbeitsintensive Wochen bevor. Auch weil Bürgermeister Peter Diesch eine dritte Amtsperiode anstrebt. Gegen den amtierenden Rathauschef anzutreten, begründet die parteilose Diplom-Ingenieurin (FH) damit, dass zu einer echten Wahl mindestens zwei Bewerber gehören. Davon lebe die Demokratie. Und Alice Acker äußert sich bereit und hoch motiviert, diese Herausforderung anzunehmen.

Auch der Umstand, dass Burladingens Bürgermeister Harry Ebert in die AfD eingetreten ist, habe sie zu diesem Schritt bewogen. Dazu lässt sich Alice Acker so zitieren: „Das Wesen der AfD ist es, Angst zu verbreiten. Und die ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber. Fremde Menschen werden plötzlich nicht mehr als Menschen gesehen. Sondern als Mörder auf Verdacht und Sozialschmarotzer, die uns unseren Wohlstand rauben.“ Dagegen wolle sie sich aus ihrem christlichen (protestantischen) Glauben heraus „positionieren und engagieren“ – für Liebe und Mitmenschlichkeit.

Zur Führung einer Verwaltung sagt Alice Acker: „Ich möchte ein Rathaus, auf dem man Rat bekommt – und keinen Maulkorb. Einen Rat als Bürger und Mitarbeiter.“ In Bad Buchau sehe sie im Bürgermeisteramt die Möglichkeit, ein „Vorzeige-Rat-Haus“ zu führen, das Bürger gerne aufsuchen, „weil sie als Kunde bedient werden“ und in dem auch Mitarbeiter „fair behandelt werden“ – und Lob und Anerkennung finden.

Soziales, Tourismus- und Gewerbeförderung, Natur- und Tierschutz zählt die 52-Jährige, die sich bis dato noch nie um ein Bürgermeisteramt beworben hat und sich neben Bad Buchau auch in keiner anderen Kommune bewerben möchte („Ich bin keiner dieser Dauerbewerber“), zu ihren Schwerpunktthemen.

Das Wandern und die Natur nennt Alice Acker ihre Hobbys; ebenso Geschichte, Konzertbesuche (insbesondere Volksmusik), Jodeln in der Gruppe sowie Theater und Spieleabende.

Der Kurort Bad Buchau

Bad Buchau ist ein Kurort am Federsee in Oberschwaben. Bad Buchau ist für sein Moorheilbad und Mineralheilbad (Thermalbad) bekannt, außerdem für seine prähistorischen Pfahlbauten, die zum Unesco-Welterbe
gehören, für das Europareservat Federsee und nicht zuletzt für seine stark vom Judentum geprägte Geschichte als freie Reichsstadt und Reichsstift.

Der Kurort zählt knapp 4200 Einwohner und gehört zum Landkreis
Biberach.

Der Amtsinhaber tritt wieder an

Die Bürgermeisterwahl in Bad Buchau ist auf Sonntag, 4. November, terminiert. Für eine dritte Amtsperiode zur Wahl steht der Rathauschef Peter Diesch. Bei der Wahl vor acht Jahren waren knapp 95 Prozent der Stimmen auf seine Person entfallen.

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