Hörschwag Afrika zu Gast in der Musikkneipe „Rössle“

Traditionelle Musik aus dem Senegal verzauberte die Gäste im "Rössle" in Hörschwag.
Traditionelle Musik aus dem Senegal verzauberte die Gäste im "Rössle" in Hörschwag. © Foto: Vera Bender
Hörschwag / Vera Bender 17.05.2018
Für einen Abend lang lag das 300-Seelen-Albdörfchen Hörschwag im tiefsten Afrika. Dafür sorgten Momo und Papis Dahaba.

Wieder einmal hat der „Musik-  und Theater-Gasthof Rössle“ in Hörschwag einen interessanten Konzertabend auf die Beine gestellt. Und wie es bereits Tradition ist, gab es wieder ein landestypisches Essen dazu, das Wirtin Angelika Bastians mit viel Liebe zubereitete.

Hinter „Ceebu Jen“ verbarg sich beispielsweise eine frische Forelle aus dem benachbarten Hausen an der Lauchert. Die Kombination Afrika-Deutschland fand sich an diesem eindrucksvollen Abend noch öfters. Schließlich ist Papis Dahaba mit einer deutschen Frau verheiratet und lebt in Hörschwag. Seinen Vater Momo Dahaba hat es vor vielen Jahren aus Liebe nach Frankreich verschlagen. Und von dort hatte er den befreundeten Bassisten Yanick Vela nach Hörschwag mitgebracht. Hier sorgten die drei Musiker dafür, dass man sich für einige Stunden in Afrika wähnte – im Senegal. Dort sind Vater und Sohn Dahaba für ihr Spiel auf der Kora, der Harfe der Geschichtenerzähler, bekannt. Sie haben es direkt von den Griot-Familien gelernt, die die Spielkunst auf der exotisch anmutenden Harfe nur an Familienmitglieder weitergeben. Die afrikanischen Geschichten handeln vom Diamantenreichtum in Afrika, vom Schicksal, von Bürgerkrieg und Frieden, von der Welt und der Liebe.

Obwohl die Klänge von Kora und Djembe, der afrikanischen Bechertrommel, für europäische Ohren zunächst fremd klingen und obwohl man die Gesänge in der Landessprache des Senegal nicht versteht, so ließ man sich in Hörschwag doch bereitwillig mitnehmen in diese andere Welt, mitnehmen auf eine Reise nach Westafrika. Die Melodien sprühten vor Lebensfreude und Verbundenheit mit der afrikanischen Heimat. Es war wunderbar, diesen drei Musikern zuzusehen und zuzuhören.

Sogar Gäste aus Heidenheim

Im „Rössle“ hatte sich ein bunt gemischtes Publikum eingefunden, das sich neugierig und aufgeschlossen zeigte und sich mitnehmen ließ. Sogar drei Freunde aus dem Heidenheimer Raum waren zufällig an diesem Freitagabend nach Hörschwag gekommen. Sie wandern seit 25 Jahren jedes Jahr vier Tage lang auf einer anderen Route mit anderem Ziel und zeigten sich begeistert von diesem afrikanischen Abend. „So etwas hatten wir noch nie“, sagte Angelika Bastians und meinte die traditionelle Musik aus dem Senegal.

Denn Live-Acts gibt es im „Rössle“ regelmäßig. Bekannte Musiker aus der ganzen Welt geben sich hier die Klinke in die Hand. Ob Jazz, Wiener Lieder, Folk, Tavernenlieder oder afrikanische Harfenmusik – hier kann man etwas von der großen weiten Welt hören, den Horizont erweitern und träumen. Und so war es auch dieses Mal wieder. „Wenn ihr tanzen wollt, dann tut es“, hatte Bastians schon zu Beginn aufgefordert. Die Sängerin gesellte sich selbst zu den Musikern und sang ein Lied auf die Mütter. Man muss es selbst gesehen haben: Tatsächlich standen beim letzten Lied fast alle auf und tanzten. Ja, man war in Afrika – und eine große, schöne Gemeinschaft, die sich ohne Worte versteht. Es gab kein Halten mehr.