Burladingen AfD-Veranstaltung in Burladingen verläuft ruhig

Es dürften um die 200 Personen gewesen sein, die insgesamt am Samstag gegen die AfD-Veranstaltung in Burladingen demonstrierten, darunter auch Burladinger Bürger. Die Polizei, die massiv vertreten war, hatte das Gebiet so abgesperrt und abgeriegelt, dass es zu keiner Begegnung zwischen Demonstranten und Teilnehmern der Veranstaltung kam. In der Halle ging es um innerparteiliche Querelen.
Es dürften um die 200 Personen gewesen sein, die insgesamt am Samstag gegen die AfD-Veranstaltung in Burladingen demonstrierten, darunter auch Burladinger Bürger. Die Polizei, die massiv vertreten war, hatte das Gebiet so abgesperrt und abgeriegelt, dass es zu keiner Begegnung zwischen Demonstranten und Teilnehmern der Veranstaltung kam. In der Halle ging es um innerparteiliche Querelen. © Foto: Matthias Badura
Burladingen / Matthias Badura 09.02.2019

Bei der Veranstaltung einer Gruppe der AfD in der Burladinger Stadthalle blieb es am Samstag eher ruhig. Eine Gegendemonstration von rund 180 Personen wartete zwar mit Sprechchören und Plakaten vor dem Gebäude, die Sitzungsteilnehmer bekamen diese Demonstranten aber gar nicht zu Gesicht. Die Polizei hatte das Gebiet abgeriegelt, die Tagungsteilnehmer wurden über die Albstraße durch den Hintereingang in die Halle geführt.

AfD-Veranstaltung beginnt mit Verspätung

Das war wohl auch die Ursache, weshalb die Veranstaltung mit erheblicher Verspätung begann: Viele der AfD-Parteiler und -Sympathisanten fanden den Weg nicht auf Anhieb.

Ihre Zahl hielt sich in Grenzen, etwa 180 aus weiten Teilen Deutschlands dürften es gewesen sein, die dem Treffen beiwohnten. Lokalprominenz sah man in den Reihen keine. Bürgermeister Harry Ebert, so die viel gestellte Frage unter den Demonstranten vor der Halle, war nicht zugegen.

Womöglich, aber das ist reine Spekulation, hat Ebert als AfDler mit genau dieser Gruppe, die in der „guten Stube Burladingens“ diskutierte, nicht viel am Hut. Andererseits war eindeutig er es, der die Veranstaltung in der Albgemeinde ermöglichte, nachdem sie zuvor in Ulm abgelehnt worden war.

Es handelte sich bei den Männern und Frauen auf dem Hallenpodium um AfD-Mitglieder, gegen die ein Ausschlussverfahren der Partei läuft und die als „Ultrarechte“ gelten, was sie selber jedoch bestreiten: Christina Baum und Stefan Räpple, beide, Stuttgarter Landtagsabgeordnete der rechtspopulistischen Partei; außerdem Jens Ahnemüller, Landtag Rheinland-Pfalz; Jessica Bießmann, Berlin, sowie Doris von Sayn-Wittgenstein, bis vor kurzem Vorsitzende der AfD in Schleswig-Holstein. Es moderierte Jürgen Elsässer, Herausgeber des AfD-nahen Magazins „Compact“.

In der Diskussion machten die Abgeordneten ihrem Ärger Luft, klagten, dass innerparteiliche Hetze laufe und Kampagnen gegen sie geführt würden. Sie würden aus den eigenen Reihen diffamiert, ausspioniert und verunglimpft. Man schwor sich darauf ein, beim kommenden großen Parteitag gegen die Parteibonzen Front zu machen und mahnte zur Geschlossenheit. Viele kräftige Sprüche, viele Phrasen, viel Beifall aus dem Publikum, aber wenig politischer Inhalt, was die AfD tut und will.

Eine Unterbrechung gab’s: Da stehe ein Münchner Auto auf einem Privatparkplatz, wurde per Mikrofon durchgesagt. Der Besitzer möge es wegfahren, sonst werde es abgeschleppt. Zusatz: Der Parkplatz gehöre Herrn Grupp, Trigema. Aufmerksamkeit im Saal. Der Name war scheint’s geläufig. Vermutlich dürfte es nicht lange gedauert haben, bis der Parkplatz wieder frei war.

Während die Veranstaltung am späteren Nachmittag noch lief, hatten sich die Demonstranten verteilt, die zahlreichen Absperrungen standen verlassen da, mehrere Polizeifahrzeuge sah man noch.

Die Gruppe derer, die gegen die Veranstaltung protestiert hatten, setzte sich zusammen aus Aktivisten der Antifa Tübingen, der Alboffensive sowie Gewerkschaftsvertretern der IGM und ver.di. Man sah aber auch etliche Burladinger mit Plakaten, die die AfDler als nicht willkommende Gäste begrüßten. Hinter dieser Aktion stand ein Aufruf von „Burladingen ist bunt“, die neu gegründeten Grünen der Stadt hatten dagegen geraten, dem Ganzen keine Aufmerksamkeit zukommen zu lassen und dem Einzug der AfD und der möglichen Demonstration nur als passive Zuschauer beizuwohnen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel