Von einem offiziellen Rücktritt Harry Eberts weiß man im Landratsamt des Zollernalbkreises bislang nichts. Das war zumindest die Aussage der Pressestelle am Freitagnachmittag.

Das Burladinger Stadtoberhaupt hatte im Juli in einer Mitarbeiterversammlung angekündigt, sein Amt Ende Oktober, Anfang November niederlegen zu wollen. Gegenüber der Öffentlichkeit hat er sich nicht erklärt. Die der Mitarbeiterversammlung folgende Gemeinderatssitzung schwänzte das Stadtoberhaupt, ließ sich als krank entschuldigen, während er an diesem Abend, als das Gremium tagte, auf einer Geburtstagsfeier gesehen wurde.

Selber befragen kann man ihn nicht, gegenüber der Presse gibt Ebert keine Auskunft und derzeit soll er obendrein im Sommerurlaub weilen. Auch Kämmerer Wiesner war am Freitag nicht zu erreichen. Womöglich befindet auch er sich in Ferien. Im Hauptamt nachzufragen lohnt sich ebenfalls nicht, da das Amt keinen Leiter mehr hat, seit sich Michael Schäfer in die Verwaltung von Kirchentellinsfurt veränderte.

Dass die Stadt damit führungslos sein könnte, beunruhigt die Burladinger nicht sonderlich, es war schon öfters in den Sommerferien der Fall, dass die Zentralverwaltung von allen Amtsleitern verwaist war.

Spekulationen gehen weiter

Nichts genaues weiß man also nicht. Und die Spekulationen gehen weiter. Und zwar auch dahin, ob Ebert nicht noch den Rücktritt vom Rücktritt erklärt. Das würde man ihm durchaus zutrauen.

Als kürzlich eine französische Delegation aus der Partnerstadt Le Plessis-Trévise in Burladingen weilte, kündigte Ebert vor den Gästen, aber auch im Amtsblatt, einen Gegenbesuch Ende des Jahres an. Das könnte man so deuten, als habe er vor, durchaus noch eine Weile im Amt bleiben zu wollen. Theoretisch könnte das dauern, denn seine offizielle Wahlperiode als Burladinger Schultes endet im Jahr 2023.

Fraktionen hoffen, dass er baldmöglichst geht

Beide Burladinger Fraktionen, CDU und Freie Wähler, machen keinen Hehl daraus, dass es ihnen lieb wäre, wenn der AfD-Mann, der in vergangenen Jahren viele negative Schlagzeilen produzierte, seinen Sessel so schnell wie möglich räumen würde. Man will einen „Neuanfang“.

Ebert blockiert die Neuwahl

Indem Ebert die Stadt im Ungewissen hält und keinen klaren Wein einschenkt, blockiert er diesen Neuanfang. Bis dahin kann weder die Bürgermeisterwahl geplant und terminiert werden, noch macht es Sinn, nach einem geeigneten Bewerber zu suchen.

Das könnte dich auch interessieren:

Burladingen sucht neuen Bürgermeister Diskussion um Harry Eberts Nachfolge

Burladingen