Die Einweihung des neuen Burladinger Rathausplatzes ist „aus organisatorischen Gründen“ auf das kommende Jahr verschoben – so erfährt es die Öffentlichkeit offiziell aus dem Burladinger Amtsblatt, das dem überwiegenden Teil der städtischen Haushaltungen heute zugeht.

Ursprünglich hatte Bürgermeister Harry Ebert als Termin Samstag, 13. Juli, angekündigt. Es war allerdings eine einsame Entscheidung, die allenfalls im internen Verwaltungskreis abgesprochen gewesen sein dürfte. Dem Gemeinderat war davon nichts bekannt, er erfuhr das Datum überraschend aus einem Radiointerview, das Ebert im Januar einer Mitarbeiterin des SWR 4 gab.

Gemeinderat von Burladingen offenbar nicht informiert

Auch darüber, dass der Termin nun verschoben wird, war der Gemeinderat nicht informiert. Wie Rosi Steinberg, Sprecherin der Freien Wähler am Mittwoch auf Anfrage der HZ sagte, habe man zwar im Vorfeld läuten gehört, dass der Termin platzt, offiziell benachrichtigt worden sei man aber nicht. „Das wäre doch das Mindeste gewesen.“ Diese Informationspolitik des Bürgermeisters, so die hörbar erboste Fraktionssprecherin, sei nicht dazu angetan, das Verhältnis zwischen Ebert und dem Gemeinderat künftig „harmonischer“ zu gestalten.

CDU-Fraktion ist empört

Michael Eisele, Sprecher der CDU-Fraktion, äußerste sich  ebenfalls ungehalten: „Dass die Einweihung des Marktplatzes verschoben wird, haben wir erst kürzlich von Mitbürgern erfahren.“ Bis zu diesem Zeitpunkt sei die Fraktion davon ausgegangen, dass die Einweihung, wie von Bürgermeister Ebert angekündigt, im Juli stattfinden wird. „Wir sagen es in aller Deutlichkeit: Es ist unerhört, dass der Gemeinderat wieder einmal in einer wichtigen Angelegenheit vom Bürgermeister nicht informiert wurde. Sollen etwa sämtliche Angelegenheiten hinter den Kulissen des Rathauses ohne Zutun des Gemeinderates ablaufen?“ Es bleibe abzuwarten, „welche weiteren Überraschungen zum Thema Marktplatz aus dem Rathaus folgen werden.“

Bis dahin empfiehlt Eisele, Berichte über den Bürgerempfang der Stadt Meßstetten zu studieren (wo der Burladinger Frank Schroft Rathauschef ist). „Dabei kann man eines lernen: Den respektvollen Umgang mit dem Gemeinderat, so wie es dem Hauptorgan einer Stadt gegenüber angebracht ist!“

Vereine lehnen Bewirtung ab


Absage Wäre der Rathaus-/Marktplatz in rund dreieinhalb Wochen überhaupt einweihungsfertig geworden? Laut Amtsblatt gehen die Arbeiten zügig vorwärts. Andere Beobachter hegen Zweifel. Aber selbst wenn der Großteil der Arbeiten fertig würde, wäre kaum ein Fest zustande gekommen, das den Namen verdient. Die Stadtverwaltung ließ erst Mitte März unter den Burladinger Vereinen nachfragen, ob jemand die Großveranstaltung im Juli bewirten könnte? Die Gefragten lehnten ab – viel zu kurzfristig.