Stetten "Schloß Höllstein" verfällt weiter

Stetten / EUGEN LEIBOLD 11.03.2016
Die Ruine oberhalb des Dorfes ist der Stolz Stettens. Zudem besitzt sie touristisches Potential, doch das bewahrt das Gemäuer nicht vor dem Verfall. An keiner Stelle ist Geld für die notwendige Sanierung vorgesehen.

Ein wichtiges Denkmal, wenn nicht das wichtigste, in der Ortsgeschichte und im Ortsbild Stettens ist die Ruine Holstein, die in alten Urkunden und Schriften auch als "Schloß Höllstein" erwähnt ist. Richard Holzhauer, ein engagierter Stettener Bürger, dem die Ortsgeschichte am Herzen liegt, hat jetzt im Staatsarchiv Sigmaringen eine bis dato nicht bekannte Zeichnung des Höllstein mit der Ortschaft Stetten aus dem Jahre 1717 gefunden.

Wie auf der Darstellung ersichtlich ist, befanden sich an der Stelle, wo heute die Fahne über der Ruine weht, einst wohl der Schlossturm und das Wohnhaus. Auch ist in der Mitte auf dem Felskopf ein Gebäude zu erkennen. Oh alte Burgenherrlichkeit!

Sorgen bereitet nun vielen Stettener Bürgern, aber auch vielen auswärtigen Geschichtsfans, dass es mit der Sanierung der Burgruine immer noch nicht weitergeht. Dabei sah es schon ganz anders aus. Für die Jahre 1987 und 1994 waren Sanierungen geplant. Indes wurden sie immer wieder zurückgestellt, obwohl Zuschüsse bereits zugesagt waren.

Eine - erfolgreiche - Sanierung war im Jahr 1985 offiziell abgeschlossen. Damals hatte man die hoch aufragenden Mauerreste sowie den Keller, die vor dem Zerfall bedroht waren, gesichert. Weiter wurden Geländer und dergleichen angebracht, um Besucher vor dem Absturz zu bewahren. Auch wurde eine Feuerstelle eingerichtet. Die Kosten betrugen damals 106 000 DM. Davon bezahlte 14 700 DM der Landkreis. 1987 plante man dann, die Reste der Ringmauer zu restaurieren: "Betroffen sind 66 Meter der Westmauer, später auch Teile der Ostmauer. Diese Mauersanierug ist derzeit mit 118 560 DM angesetzt", so konnte man damals in der HZ lesen. "Das Landesdenkmalamt beteiligt sich mit einem Zuschuss von 50 Prozent, die Stadt Burladingen zahlt ein Viertel und der Kreis soll sich mit einem weiteren Viertel beteiligen, das wären rund 30 000 DM. Die Verwaltung schlug dann auch die Bereitstellung dieses Betrages vor."

Auf die Plätze, fertig. . . nichts! Angefangen hat man mit den Arbeiten niemals. Auch später ging nichts voran. So verfällt und zerbröckelt der Adelssitz bis heute. Dabei fehlte es nicht an Vorstößen und Initiativen. Lange Zeit hofften die Stettener Aktivisten auf das Leader-Programm, das Landes-Zuschüsse versprach. Allein, Stetten kam nicht zum Zug.

FDP-Landtagsabgeordneter Andreas Glück startete jüngst eine Anfrage im Landtag. Daraufhin geriet die Ruine zwar in den Fokus der Öffentlichkeit, Geld hat aber niemand locker gemacht. Immerhin gab das Landesdenkmalamt - wohl infolge der Anfrage - die Erlaubnis, dass örtliche Kräfte Sicherungsarbeiten ausführen dürfen. Nun sind die Stettener Vereine, allen voran der Albverein, schon lange bereit, Hand anzulegen. Aber um die Sache richtig anzugehen, muss eine Spezialfirma vorangehen. Und braucht es vor allem eins: Geld. Keine Hoffnung also, für das "Schloß Höllstein"?

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