Im Gerangel und Hin und Her um die Sanierung des Burladinger Rathausplatzes hatte der Gemeinderat Bürgermeister Harry Ebert nahe gelegt, sich mit dem Benevit-Geschäftsführer und Ärtzehaus-Investor Kaspar Pfister sowie weiteren Beteiligten an einen „runden Tisch“ zu setzen. So könnte das Projekt schnellstmöglich und einigermaßen friedvoll im Sinne der Stadt und ihrer Bevölkerung abgeschlossen werden (die HZ berichtete).

Dieser „runde Tisch“ wird jedoch nicht zustande kommen. In der Januar-Sitzung des Gemeinderates hatte der Bürgermeister auf den Vorschlag der Fraktionen zuerst aggressiv reagiert, dann auf Nachfrage jedoch angekündigt, es sich überlegen zu wollen. Er werde dem Gremium  in absehbarer Zeit Bescheid geben.

Wie inzwischen durchgedrungen ist, hat sich das Stadtoberhaupt dann zwar zu solchen Gesprächen grundsätzlich bereit erklärt, hat seine Teilnahme jedoch an Bedingungen geknüpft. So will er eine von Kaspar Pfister geforderte Unterlassungerklärung nicht unterschreiben. Ebenso soll die gegen ihn eingeleitete Dienstaufsichtsbeschwerde zurückgezogen werden. Und er will den gesamten Inhalt und die einzelnen Ursachen der verwickelten, monatelangen Auseinandersetzungen um den Platz geklärt wissen.

Nicht nur dem Benevit-Geschäftsführer erscheinen diese Forderungen als unannehmbar. Auch Vertreter des Gemeinderates sind nicht bereit, sie zu akzeptieren. Immer wieder habe man Harry Ebert Goldene Brücken gebaut, heißt es, und sei auf Kompromisse eingegangen – mit dem Ergebnis, dass man am Ende vorgeführt werde, während Ebert selbst niemals Konzessionen mache und sich an keine Vereinbarungen halte.

Währenddessen beharrt Kaspar Pfister auf der Unterlassungserklärung, in der Harry Ebert unterschreiben soll, sich künftig nicht mehr abfällig über das Ärztehaus und die Benevit zu äußern.

Nachdem Ebert der Aufforderung in vergangenen Wochen nicht nachgekommen ist, werde er jetzt gerichtliche Klage einreichen, so Pfister gegenüber der HZ.

Die gesamte Entwicklung erscheint dem Ärztehaus-Investor zunehmend grotesk: „Ich versuche mit meinem Projekt einen Beitrag für das Wohl der Stadt zu leisten, indem die ärztliche Versorgung gesichert, ausgebaut und verbessert wird. Ein Projekt dieser Dimension würde überall von Kommunen gefördert und unterstützt und in enger Abstimmung mit der Verwaltung realisiert werden; nicht so in Burladingen.“

Er investiere in die Verbesserung der Infrastruktur immerhin rund fünf Millionen Euro. Dafür, ärgert sich Pfister, müsse er sich Vorwürfe und Beleidigungen anhören und öffentlich attackieren lassen – „noch dazu von einem Mann, der bundesweit für negative Schlagzeilen sorgt und dadurch die ganze Stadt in Verruf bringt und dessen dienstliches Handeln von persönlicher Sympathie bestimmt ist.“ Freunde würden belohnt, Kritiker dagegen durch Untätigkeit oder aktive Behinderung bestraft.

„Bürgermeister Ebert hat meine Versuche und Signale im letzten Jahr, zu einem Dialog, zu einem professionellen Miteinander zurück zu kehren, völlig ignoriert, so wie er jetzt die Initiative des Gemeinderates zu einem runden Tisch mit den von ihm gestellten Bedingungen zunichte macht“, erklärt der Investor seinen Standpunkt.

„Projekt nicht im Griff“


Unterlassung In einer Veröffentlichung im Amtsblatt ließ Bürgermeister Ebert am 19. Dezember 2018 unter anderem verlauten, die Benevit habe ihr Projekt Ärztehaus „nicht im Griff“ und sei an den Verzögerungen des Marktplatz-Neubaus schuld. Der Benevit-Chef und Ärztehaus-Investor Kaspar Pfister forderte daraufhin eine Gegendarstellung im Amtsblatt sowie eine Unterlassungserklärung Eberts. Auch leitete er eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein.