Rückforderungen in sechsstelliger Höhe; Drohung, die private Plettenbergschule für Physiotherapie zu schließen; Aberkennung der Gemeinnützigkeit - um die in Engstlatt angesiedelte Schule tobt ein Streit, in dem nur noch Spezialisten durchblicken. Und augenscheinlich nicht mal die.

Involviert sind unter anderem das Finanzamt Balingen und Benjamin Haenle, der Geschäftsführer der PBG gGmbH, die ihren Sitz neuerdings in Burladingen hat. Ebenfalls befasst mit der Angelegenheit sind das baden-württembergische Sozialministerium und das Regierungspräsidium Tübingen.

Es geht unter anderem um die Frage, ob erhebliche Landeszuschüsse an die private Schule in Engstlatt hätten fließen dürfen oder nicht. War die Schule - das ist Voraussetzung für den Erhalt der Gelder - gemeinnützig? Oder war sie es wenigstens zeitweise?

Das Finanzamt Balingen bescheinigte etwa für die Jahre 2011 bis 2013 die vorläufige Gemeinnützigkeit. Daraufhin gewährte das Regierungspräsidium von 2011 bis 2014 Gelder - unter Vorbehalt. Allerdings wurde die Summe mit der Rückforderung eines für 2010 gewährten Zuschusses verrechnet. Später hob das Finanzamt Balingen die vorläufige Bescheinigung der Gemeinnützigkeit auf. Woraufhin wiederum das Regierungspräsidium Tübingen die für 2011 bis 2014 gewährten Zuschüsse zurückforderte. Und so geht es munter hin und her, vor und zurück.

Daneben diskutiert man auch über angeblich überhöhte Gehälter. Von Seiten der für die Schule Verantwortlichen heißt es, sie seien davon ausgegangen, dass sie Zeit hätten, die Dinge ins Lot zu bringen, die Aberkennung der Gemeinnützigkeit durch das Balinger Finanzamt habe dieses Vorhaben aber vereitelt.

Der Behörde, so der Vorwurf, Benjamin Haenles es von jeher "nur ums "Zerstören der Schule, nicht um deren Erhalt" gegangen. Das Amt habe bei der Betriebsprüfung 2015 ganz tief gewühlt und schließlich moniert, die Verantwortlichen der Plettenbergschule hätten zu hohe Ausgaben.

Das offizielle Ende vom Lied: Das Finanzamt sah die Verfehlungen als derart gravierend an, dass der Schule im vergangenen Jahr die Gemeinnützigkeit endgültig entzogen wurde. Für 2015 wurden keine Fördergelder mehr ausbezahlt. Die staatliche Unterstützung macht ungefähr die Hälfte des Jahresbudgets der Schule aus.

Rund 150 angehenden Physiotherapeuten absolvieren derzeit dort ihre Ausbildung. Sie dürften die Hauptleidtragenden sein. Noch ist die PBG GmbH Schulträgerin. Ihr Sitz wurde jedoch inzwischen von Engstlatt nach Burladingen verlegt. Grund: "Das Regierungspräsidium verlangt einen kompletten Schnitt, um den Fortbestand der Plettenbergschule doch noch zu erreichen."

Das Sozialministerium ist jedoch nach einer Prüfung der jetzigen Zustände weiterhin unzufrieden: "Die beantragte Übernahme der Trägerschaft für die Plettenbergschule durch die neu gegründete Eugefa gGmbH mit Sitz in Mönchengladbach wurde vom Regierungspräsidium Tübingen wohlwollend geprüft. Ziel war die Weiterführung der Schule und der Erhalt der dortigen Ausbildungsplätze. Die Eugefa bietet aber nach Auffassung des Regierungspräsidiums auch nach mehrmaligem Nachbessern ihrer Antragsunterlagen immer noch nicht die Gewähr für einen ordnungsgemäßen Schulbetrieb und eine ausreichende Qualität des Unterrichts. Beides ist aber im Interesse der Schüler unabdingbar." Das Regierungspräsidium sehe daher bislang keine Möglichkeit, der Eugefa gGmbH die Genehmigung zum Betrieb der Schule zu erteilen." Grund mag auch die angebliche personelle Verbandelung neuen GmbH mit der PBG GmbH sein.