Melchingen „Eine tolle Idee für Melchingen“

Referent Christian Burmeister van Dülmen.
Referent Christian Burmeister van Dülmen. © Foto: Adelbert Barth
Melchingen / Adelbert Barth 15.09.2018
In Melchingen stößt das Projekt „Wir gestalten Geschichte“ auf positive Resonanz.

Selten zuvor konnte Ortsvorsteherin Waltraud Barth-Lafargue so viele Zuhörer zu einer Sitzung des Melchinger Ortschaftsrates willkommen heißen wie zuletzt. Und das hatte auch seinen Grund: Der Kaufmännische Leiter des Theaters Lindenhof, Christian Burmeister van Dülmen, stellte das neue Projekt des Theaters vor. „Wir gestalten Geschichte“ soll ein Partnerschafts-Projekt von und mit Melchinger Bürgerinnen und Bürgern werden.

Was ist Geschichte? Ist sie so, wie man sie nachlesen kann? Viele haben vieles ganz unterschiedlich erlebt. Und gerade dieses subjektive Erlebnis eines jeden ist Teil der Geschichte. Jeder prägt Melchingen auf seine Art – zumindest solange er lebt. In diesem Projekt des Theaters Lindenhof sollen subjektive Erlebnisse gesammelt und als kollektives Dorf-Gedächtnis für die nachfolgenden Generationen dokumentiert und erhalten werden.

In der ersten Phase soll dieses kollektive Dorfgedächtnis mit Aufzeichnungen von Einzelinterviews gebildet werden. Hierfür wird eine Zukunftswerkstatt gegründet. Die Mitglieder der Werkstatt sollen Fragen für die Interviews zu wesentlichen tatsächlichen Begebenheiten des Dorfgeschehens der letzten 60 Jahre ausarbeiten.

In der zweiten Phase werden diese Fragen ausgewählten Melchinger Bürgern gestellt und digital aufgezeichnet. In der dritten  Phase wird das „kommunikative Alltagsgedächtnis durch Veröffentlichung“ in ein bleibendes kulturelles Gedächtnis überführt. Veröffentlicht wird es auf einer Homepage mit abrufbaren Interviews und einer interaktiven Ausstellung.

In einer vierten Phase soll aus den Einzel­interviews ein Dokumentarfilm entstehen, der in das Eigentum des Dorfmuseums übergeht – und so ein Teil der Zukunft des Museums wird. Soweit ist die Projektskizze bis dato voran geschritten, nun brauche das Projekt, so Christian Burmeister van Dülmen, Mitstreiter die helfen wollen, den Projektrahmen genau zu definieren.

Wie Christian Burmeister van Dülmen weiter erläuterte, hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung dem Theater Lindenhof mitgeteilt, das die im Rahmen „Landkultur – kulturelle Aktivitäten und Teilhabe in ländlichen Räumen“ eingereichte Projektskizze als grundsätzlich förderungswürdig eingestuft wurde. Der Antrag auf Förderung werde auch zeitnah gestellt.

„Es ist eine tolle Idee für ­Melchingen“, pflichtete Barth-­Lafargue bei, und eine „lebendige Art der Geschichtsaufarbeitung“.

Es geht nichts ins Sachen Ortsdurchfahrt und Baugebiet am Pfaffenberg

Mit einer hitzigen und sehr emotional geführten Diskussion über den Zustand der Melchinger Ortsdurchfahrt endete die jüngste Sitzung des Melchinger Ortschaftsrates. Ein Anwohner der Talheimer Straße beschwerte sich in der Bürgerfragestunde über den seines Erachtens „schlechten Zustand“ der Ortsausfahrt Richtung Talheim, und darüber, dass „nichts dagegen unternommen wird“. Ortsvorsteherin Waltraud Barth-Lafargue wies nochmals darauf hin, dass sie im Schriftverkehr mit Verkehrsminister Hermann stehe und ihr mitgeteilt wurde, dass die Straße erst ab 2020 saniert werde könne.

Ihren Unmut und ihr Unverständnis äußerten auch mehrere Ortschaftsräte in Sachen Baugebiet am Pfaffenberg. „Hier geht absolut nichts voran, seit Jahren werden wir von der Stadt hingehalten“, so ihr Tenor. Sie wollen gemeinsam die nächste Sitzung des Burladinger Gemeinderates
besuchen, um sich dort
für die Beschleunigung der Ausschreibung
einzusetzen.

Mitarbeit im Projekt ist erwünscht

Wer sich für die jüngere Geschichte Melchingens interessiert und mitarbeiten möchte im Projekt „Wir gestalten Geschichte“, kann sich bei Ortsvorsteherin Waldtraut Barth-Lafargue melden. Die erste Sitzung der Zukunftswerkstatt findet am Mittwoch, 26.September, um 20 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel