TIERE 13 Berner-Sennenwelpen auf einen Streich

Was für eine herzige Rasselbande: 13 Berner Sennenwelpen tapsen den Besuchern der Familie Durigon auf dem Burladinger Berg entgegen. Foto: Tanja Marquardt
Was für eine herzige Rasselbande: 13 Berner Sennenwelpen tapsen den Besuchern der Familie Durigon auf dem Burladinger Berg entgegen. Foto: Tanja Marquardt
Burladingen / TANJA MARQUARDT 04.06.2014
Happy vom Tratzberg hat einen rekordverdächtigen Wurf geliefert und 13 zu einer Glückszahl gemacht. Ihre Berner Sennenhund-Welpen haben alle überlebt und tollen nun im Hof der Familie Durigon herum.

Emma mag Gummistiefel. Mit ihren kleinen Milchzähnchen nagt sie hingebungsvoll am Stiefelrand, um dann unvermittelt wieder mit ihren zwölf Geschwistern und zwei Cousinen in den Schuppen zurückzurennen, um sich um den alten Gartenschuh zu balgen.

Vor gut sieben Wochen hat die knapp dreijährige Berner Sennenhündin Happy alle überrascht, als sie 13 Welpen zur Welt brachte und alle überlebten. Der Tierarzt hatte beim Röntgen sechs Welpen gesehen, um so größer war das Staunen, als Happy bei ihrem zweiten Wurf aus einer Unglückszahl eine Glückszahl machte. "Normalerweise haben Berner Senner sieben bis acht Welpen - 13 Junge, das ist sehr selten", freut sich die Besitzerin Heidrun Durigon über den Nachwuchs.

Ihre zweite Zuchthündin Fee hatte nur fünf Welpen geworfen, von denen zwei überlebt haben. Bis vor einigen Tagen hatte Familie Durigon also 15 junge Hunde und deren Mütter im Haus. Jetzt ist der Nachwuchs ausgelagert. "Die wollen immer noch säugen, aber Happy und Fee können und wollen nicht mehr, jetzt sind sie getrennt", sagt Heidrun Durigon.

In den nächsten Wochen stehen auf dem Berg oberhalb von Burladingen ohnehin Trennungen an. Ab der zehnten Lebenswoche können die Welpen zu ihren neuen Familien. "Das gibt hier immer Tränen", weiß Heidrun Durigon schon.

Zehn der Welpen haben schon ein Halsbändchen mit Namen um. Nicht mit ihrem Namen, den kennen die Züchter natürlich, sie können die Hunde prima auseinander halten, sondern mit den Namen der zukünftigen Besitzer.

Die erwartet ein in der Regel ruhiger, ausgeglichener Familienhund, der viel Bewegung und Beschäftigung braucht und gerne Hof und Haus bewacht. Und das Haus, das sollte bitteschön nicht zu klein sein. Ein Berner Sennen-Rüde wird nämlich rund 70 Zentimeter groß, eine Hündin immerhin 66 Zentimeter.

Nach dem Rekordwurf von Happy wurden die vier Hundebuben und neun Mädchen noch mit Milch zugefüttert. "Die Hündin hat zehn Zitzen, da sind immer Welpen zu kurz gekommen", erzählt Heidrun Durigon. Davon ist heute nichts mehr zu sehen. Tollpatschige Dickerchen tollen auf dem Hof herum und bringen vorbeifahrende Autofahrer dazu, anzuhalten, um den "O-wie-süß!"- Faktor zu genießen und sich von Heidrun Durigon mal kurz einen Kleinen in den Arm geben zu lassen.

Aber die Züchter geben die Babys nicht an jeden ab, das Umfeld muss schon stimmen. Es gab Anfragen aus Kanada und England, die wurden jedoch gleich zurückgewiesen. Die Quarantäne und der Flug sollen den Welpen nicht zugemutet werden.

Doch ein Rüde, der kleine Faro, wird immerhin nach Österreich ziehen in wenigen Tagen. Noch ist in der Familie nicht ausdiskutiert, ob alle Welpen abgegeben werden. "Mein Mann würde gerne eine Hündin behalten, aber wir haben doch schon zwei." Doch weil alle so lieb sind und so schön gezeichnet, fällt der Abschied natürlich besonders schwer auf dem Berg.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel