Baugebiet Zauneidechsen werden umgesiedelt

Die Zauneidechsen verzögern die weiteren Maßnahmen beim Baugebiet „Lüssen“ am Tulpenweg.
Die Zauneidechsen verzögern die weiteren Maßnahmen beim Baugebiet „Lüssen“ am Tulpenweg. © Foto: Martin Kalb
Löchgau / Von Uwe Deecke 13.07.2018

Im geplanten Löchgauer Baugebiet „Lüssen“ am Tulpenweg ist nach den ersten archäologische Untersuchungen auch die Umsiedelung von Zauneidechsen erforderlich.

Es sind vorsorgliche Sondierungsgrabungen von Archäologen, die dort nötig wurden. Das Gebiet wurde aufgrund eines früheren Fundes als Verdachtsfläche markiert und muss nun vor einer Erschließung genauer untersucht werden. Die Sondierungsgrabung verläuft dabei in zwei Abschnitten, von denen der erste inzwischen beendet wurde. Gefunden wurden Münzen aus der wilhelminischen Zeit, Tonscherben und Pfostenreste (die BZ berichtete). Der zweite und womöglich spannendere Bereich liegt im Süden, wo früher bereits einmal römische Mauerreste gefunden worden waren. Dieser kann aber erst untersucht werden, wenn die dort gefundenen Zauneidechsen umgesiedelt sind.

Es kommt alles zusammen im neuen Löchgauer Baugebiet, das bereits ins Detail geplant wurde. Doch die Stellungnahmen des Landratsamtes zum Bebauungsplanentwurf sind eindeutig, und es müssen nicht nur Ausgleichsflächen her, sondern auch Maßnahmen zum Artenschutz getroffen werden.

Für die Zauneidechsen schuf der Bauhof nun ein Habitat auf einer Streuobstwiese mit unterschiedlich hohen Gräsern, grobem Schotter und aufgeschichteten Steinen, so Hauptamtsleiter Jens Millow auf Anfrage der BZ.  Dorthin sollen die Zauneidechsen umgesiedelt werden, die die beauftragte Fachfirma einsammelt. Dies seien Diplombiologen, mit denen der Antrag zur Umsiedelung zusammen erstellt werden musste, erklärt Millow. Nur sie könnten beurteilen, ob das Biotop auch eine ausreichende Lebensgrundlage für die Tiere biete. Beheimatet sind im kommenden Baugebiet zudem auch Steinkäuze, für die als Aus­gleichsmaßnahme bereits Nisthilfen aufgebaut wurden.­

Viele Hindernisse

Viele Hindernisse auf dem Weg zum neuen Baugebiet, die aber nun bewältigt werden können. Am Donnerstag letzter Woche konnte der als Satzung beschlossene Bebauungsplan veröffentlicht werden, am Freitag trat er in Kraft. Damit konnte am Montag mit der Umsiedelung begonnen werden, die bis Oktober beendet sein soll. „Das ist die Grundvoraussetzung“, so Millow, damit es mit den archäologischen Grabungen weitergehen könne. Erst wenn sie abgeschlossen sind, kann mit der Flächenumlegung begonnen werden. Entstehen sollen auf dem 2,6 Hektar großen Gebiet in drei Reihen Einfamilienhäuser, Doppelhäuser und Mehrfamilienhäuser. Der Gemeinderat fasste den Satzungsbeschluss einstimmig bei einer Enthaltung. Uwe Deecke

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