Freudental Zauneidechse kippt erneut den Plan

Bei dem 880 Quadratmeter großen Grundstück verzögert sich die Bebauung wegen der mittlerweile unbeliebten Zauneidechse.
Bei dem 880 Quadratmeter großen Grundstück verzögert sich die Bebauung wegen der mittlerweile unbeliebten Zauneidechse. © Foto: Helmut Pangerl
Freudental / Von Uwe Deecke 03.08.2018

Schon wieder sind Zauneidechsen aufgetaucht: Nachdem auf einem einzelnen Bauplatz am Wolfsberg in Freudental ein Pärchen Zauneidechsen gefunden wurde, wird der Bebauungsplan erneut geändert.

Die dritte Änderung des Bebauungsplans „Wolfsberg II“ stand auf der Tagesordnung im Freudentaler Gemeinderat. Grund dafür: Ein „adultes Pärchen“ Zauneidechsen war von einem Biologen gefunden worden, der das Grundstück im Vorfeld bei einer Begehung untersucht hatte.

Einzelnes Grundstück

Es geht dabei lediglich um ein einzelnes Grundstück mit 880 Quadratmetern, das in der Rotenbergstraße bebaut werden soll und so die Lücke der Wohnbebauung schließen soll. Und wie schon ein Stück weiter am Wolfsberg wurden nun auch hier wieder Exemplare der gefährdeten Reptilienart gefunden. Im früheren Fall hatte die Gemeinde ein ausreichend großes Habitat angelegt, um die Tiere umzusiedeln (die BZ berichtete). Doch am Wolfsberg sind die Zauneidechsen, wie auch in umliegenden Kommunen, gar nicht so selten.

Auf dem mit Bäumen bewachsenen Einzelgrundstück wurde man erneut fündig, mit allen Konsequenzen. Es muss eine Fläche gefunden werden, auf der die Tiere einen adäquaten Ersatz finden und sich dort niederlassen können. Auch bei Vögeln wurde der Biologe fündig: Amsel, Blaumeise, Elster, Stieglitz sind aber allesamt keine streng geschützten Arten und weit verbreitet. Man könne bei ihnen „von einer Verlagerung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten im Bereich des ökologischen Funktionszusammenhangs ausgehen, vor allem angesichts des unmittelbar nördlich angrenzenden Waldes“, so die Stellungsnahme.

Das Problem mit den Zauneidechsen versuchte die Verwaltung möglichst einfach zu lösen. Sie wären wie die bereits gefundenen Tiere auf das Habitat am Wolfsbergweg umgesiedelt worden. Dem stimmte aber das Landratsamt nicht zu. Es schlug eine rund 1000 Quadratmeter große Fläche vor, die sich im Privatbesitz befindet, wie Bürgermeister Alexander Fleig auf Anfrage der BZ sagt. Dass der Besitzer zustimmt, wäre Voraussetzung, wenn die Bebauung weitergehen soll.

Aus all dem ergeben sich Änderungen im Textteil des Bebauungsplans, der nun neu öffentlich ausgelegt werden wird. Zum Leidwesen des Bauherren, der nun wohl bis Frühjahr auf den Baubeginn warten muss und auch der Verwaltung, die das Verfahren bis zur Satzung nochmals in Gang setzen muss.

Norbert Schmatelka von der Bürgergruppe sprach mit seinem Statement wohl mehreren Räten aus dem Herzen. „Das Vorgehen ist ein absoluter Unfug“, so der Rat. Es sei „behördlicher Heckmeck“, wenn sich die Behörde so weit aus dem Fenster lehne, und für ihn unverständlich. Man könne bei allen Erfahrungen davon ausgehen, dass die Zauneidechse keine seltene Tierart sei und hier überall vorkomme. „Das ist für mich einfach nur lächerlich“, sagte Schmatelka zum behördlichen Vorgehen.

Neuer Entwurf

Am Prozedere ist dennoch nichts zu ändern. Das Gremium billigte den neuen Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans, der nun erneut öffentlich ausgelegt wird.

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