Bönnigheim Wünsche der Bürger sind gefragt

Bönnigheim / Von Uwe Deecke 10.11.2018

Die gut besuchte Turn- und Festhalle machte am Donnerstagabend deutlich, dass den Bürgern ihr Städtchen schon am Herzen liegt. Anders als bei der Beteiligung zu Tempo 30 waren zur Auftaktveranstaltung des Stadtentwicklungsprojekts viele da und hörten zunächst die Einführung Ulrike Datans von der beauftragten STEG Stadtentwicklung, die mögliche Zukunftsszenarien aufzeigte.

Städtebau, Energiewende, demografischer Wandel und auch Migration von Familien und Fachkräften seien die Faktoren, die Veränderung herbeiführen. Wie sieht es 2035 mit der Einwohnerzahl aus und was resultiert daraus an Flächenverbrauch, Wohnformen, Nahversorgung, Mobilität und auch Landschaftsschutz, fragte die Planerin in ihrer Einführung.

Dafür seien auch die Bürger gefragt, die man in diesem Stadtentwicklungskonzept bis Juli nächsten Jahres einbinden will. Gesucht werde „eine strategische Handlungsgrundlage für eine Zielsetzung“, so Datan, ein Handlungsrahmen, der auch flexibel auf Veränderungen reagieren kann. Alles sei aber zunächst nur eine informelle Planung und habe noch keine Gesetzeskraft, die erst durch den Beschluss im Gemeinderat erlangt werde.

Meist ältere Bürger füllten am Abend die Halle, doch das Büro will natürlich auch die Jungen zu Wort kommen lassen, um deren Zukunft es geh. Dazu gibt es im Januar die Jugendbeteiligung der Klassenstufe 9 mit Ortsrundgang, Arbeitsgruppen, Themenvorstellungen und Diskussion. Schon in der nächsten Woche kommen die Fragebögen in jeden Haushalt, in denen Meinungen zur Stadtentwicklung eingeholt werden, auch online kann man sich beteiligen.

Und auch schon nach der Einführung waren Gespräche und die Pinnwand gefragt. Erste Anregungen darauf: Mehr Grün und mehr Bäume, abgesenkte Bordsteine, Parkierung in der Burgstraße, ein fehlender Drogeriemarkt, Nutzungskonflikt am Jugendcafé, mehr ÖPNV, Bleichwiesendurchfahrt und schlechte Straßen monierten die Teilnehmer.

Gemeinderat tagt im Februar

„Es geht um Entscheidungen, die sich in 15 Jahren als richtig erweisen“, machte Bürgermeister Albrecht Dautel am Abend deutlich. Themen gibt es dabei genügend, die vom Planungsbüro gesammelt, geordnet und formuliert werden. Dann geht der Gemeinderat Anfang Februar in Klausur und wird sich mit dem Planungsbüro über Lösungen Gedanken machen.

Diese Ideen werden dann im Bürgerdialog vom 8. bis 11. April vorgestellt werden, bevor es weitere Beteiligungsformate geben wird. Beschlossen werden soll das Stadtentwicklungskonzept dann auf der Gemeinderatssitzung am 11. Juli.

Für die Bürgerveranstaltung teilte Ulrike Datans die Themen in fünf Bereiche ein: Unter die „Bauliche Entwicklung“ fallen Themen wie Flächenentwicklung, Wohnangebot, Internetversorgung oder Demografie, wenn es in Zukunft mehr ältere als jüngere Bürger geben werde. Unter „Arbeiten“ geht es um die Themen Industrie, Gewerbe, Einzelhandel, Landwirtschaft und Tourismus. Unter „Soziales“ fasst das Büro die Themen Bildung, Betreuung, Kultur, Freizeit, Sport und soziale Infrastruktur. „Mobilität“ beinhaltet Individualverkehr, ÖPNV, Fahrrad und Fußgänger, „Identität/Heimat“ Themen wie Ortsbild, Landschaftsbild, Mentalität und Einbindung in die Region.

Aus allen Bereichen werden im Stadtentwicklungskonzept Ideen gesammelt, die das Büro im Prozess aufnehmen und sich im besten Fall auch im fertigen Konzept wiederfinden sollen.

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