Das Schloss war geöffnet, Tische und Bänke standen im Schlosshof bereit und dezente Live-Musik kam von Matthias Leucht am Saxophon und Alexander Wolpert am Keyboard, die sich ein Plätzchen im Schatten für ihren langen Auftritt ausgesucht hatten. Von 11 bis 17 Uhr gab es am Sonntag erstmals den Erlebnistag am Schloss, der Groß und Klein, für Bönnigheimer und Touristen zusammenbrachte.

Die Vinothek nebenan hatte geöffnet, im Schlosshof gab es Workshops und ein kulinarisches Angebot vom Café aevitas und dem Foodtruck mit „Spätzle to go“ aus Lauffen. Die Workshops wurden vom Museumspädagogik-Team geleitet, das aus Ludwigsburger Studenten bestand. Hier konnte man Porträts malen, sich schminken und bemalen und anschließend an der Foto-Station vor buntem Hintergrund entweder mit Handy oder Polaroidkamera fotografieren lassen.

Drin wurden von Kindern Porträts gemalt, wie von der vierjährigen Charlotte, die mit ihrer Mutter Julia Baumann aus Bad Rappenau gekommen war. Sie hatte über Freunde vom heutigen Tag erfahren und fand das Ganze „ein tolles Angebot“. Draußen war Katja Gründling Ansprechpartnerin mit dem Pädagogik-Team, das schon länger für die Grundschulen Angebote macht.

„Die Grundschüler kommen einen Tag hierher, und es gibt immer einen besonderen Künstler oder ein besonderes Thema“, so Gründling. Am Tag darauf geht das Team in die Schule, auch im Kindergarten war man schon. „Wir wollen die Kinder für Kunst und die Schlossgeschichte interessieren“, erklärt die Mitarbeiterin.

Die Idee zu diesem Erlebnistag hatte Claudia Queisser vom Verein Kulturfenster, der meist seine Veranstaltungen im Burgkeller, aber manchmal auch im Schloss macht. Sie kam auf Cynthia Thumm vom Museum Zander zu und die beiden konzipierten den Tag, fanden Sponsoren wie die Amann Group oder die Württembergische Versicherung und organisierten alles.

„Für uns war es wichtig mal rauszukommen aus dem Burgkeller“, sagt Claudia Queisser. Hier habe man einen Ort für alle Bönnigheimer und Besucher und man könne zeigen, was im Schloss und auch beim Kulturfenster passiert. „Der Schlosshof war Ausgangspunkt“, ergänzt Cynthia Thumm. Der schick gestaltete halbrunde Platz, der nun auch einen neuen Zaun bekommen hat, sei gut geeignet. Doch auch das Schloss war geöffnet und zwar an diesem Tag durchgängig bis zum Hof auf der Rückseite, wo vier Mal pro Woche Pétanque gespielt wird.

Auch dort fand ein offenes Angebot des Bouletreffs „Tiefer Eindruck“ Bönnigheim statt, der gerade in die Regionalliga aufgestiegen ist. Spielführer Paul Wurst bildete Teams und leitete auch Interesierte an, die sich einmal versuchen mochten. Gespielt werde montags, mittwochs, donnerstags und sonntags. Über 40 Mitglieder hat der Verein, doch wer hier vorbeikommt, kann auch mal mitspielen.

Geworben für den Tag haben Queisser und Thumm mit Flyern, Plakaten, in der Zeitung und im Nachrichtenblatt, auch um junge Familien anzusprechen. Rechtzeitig kam auch gerade das neue Programm des Kulturfensters bis Dezember heraus. Auch darin findet eine Veranstaltung im Schloss statt, eine Buchvorstellung mit Ulrich Tukur am Sonntag, 27. Oktober. „Der Platz sieht wieder nach was aus“, findet Cynthia Thumm, nachdem die lange Baustellenzeit in der Altstadt und am Schloss vorbei ist. Nun soll sich der Erlebnistag am Bönnigheimer Schloss etablieren.