Das Baugebiet am Erlenweg ist für die Löchgauer Verwaltung eine sinnvolle Abrundung des westlichen Ortsrands. Nachdem der Bebauungsplan bereits im Sommer vorgestellt worden war, kamen in der zweiten Auslegung nun keine Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange wie dem Landratsamt oder Anregungen aus der Bürgerschaft mehr, weil vieles eingearbeitet worden war.

Uwe Müller vom Ludwigsburger Büro KMB, der auch mit dem Bebauungsplan „Lüssen West“ beauftragt war, konnte sich hier kurz fassen. Man sei bei den wenigen Gebäuden gefordert, einen Schnitt von mindestens 60 Einwohnern pro Hektar einzuhalten, was leicht machbar sei. „Es werden Familien mit Kindern kommen, und wir gehen davon aus, dass wir 60 noch überschreiten“, lautete seine Prognose. Generell hab es eine geringe Zahl an Bedenken und Hinweisen gegeben.

Der Grunderwerb durch die Gemeinde sei bereits getätigt worden unter der Bedingung, dass der Bebauungsplan rechtskräftig wird, machte Bürgermeister Robert Feil deutlich. Dass die Grünflächen auch gepflegt werden, erhofft sich Feil durch eine dafür neu geschaffene Stelle im Landkreis, die nun vom Kreistag genehmigt wurde.

Große Nachfrage

Ausführlicher geriet die Beratung zum größeren Baugebiet „Lüssen West“, wo sich eine enorme Nachfrage abzeichne, so Feil. Hier rollen bereits die Bagger und die Erschließung läuft für die Grundstücke. Bauen soll hier nach dem Wunsch des Gemeinderats bezahlbar bleiben und daher gibt es nach dem Beschluss vom letzten Dezember mehr Doppelhaushälften als zuvor geplant.

Nach dem Immobilienspiegel sind 380 bis 500 Euro pro Quadratmeter denkbar, das Gremium einigte sich vor einem Jahr auf 380 Euro, nachdem die Erschließungskosten im erwarteten Rahmen liegen. Entstehen werden auf den gemeindeeigenen Bauplätzen nun 17 statt 18 Einfamilienhäuser und dafür sieben statt fünf Plätze für Doppelhäuser. Am südlichen Ortsrand sind die sechs großen Bauplätze für Mehrfamilienhäuser, die von einem Bauträger vermarktet werden (die BZ berichtete).

Der Tulpenweg, in dem gerade gearbeitet wird, soll auf der Südseite ebenfalls einen Gehweg bekommen. Anders sieht es bei der Weiterführung des Veilchenwegs nach Süden aus, wo man kein wertvolles Bauland opfern möchte, so Uwe Müller. Eingeschossige Häuser mit Satteldächern sollen an die vorhandene Bebauung am Tulpenweg anschließen, im Süden sollen es Mehrfamilienhäuser werden mit je sechs Wohneinheiten. Dazu sollen an der südöstlichen Ecke des Gebiets Kettenhäuser kleinere Wohneinheiten entstehen, die das ganze optisch auflockern sollen.

„Wir müssen der nächsten Generation Rechnung tragen“, sagte Heinz Schneider (FWL), der den Entwurf als sehr gut bewertete. Seine Fraktionskollegin Birgit Griesinger sah die Planung auch für die ältere Generation als gelungen an, da die Barrierefreiheit berücksichtigt wurde.

Einstimmiger Beschluss

Der Gemeinderat fasste einstimmig den Aufstellungsbeschluss nach dem vereinfachten Verfahren und stimmte dem Entwurfsbeschluss zu, der nun Gegenstand der öffentlichen Beteiligung ist.