Der Verkehrsversuch, den die Gemeinde Kirchheim und das Landratsamt Ludwigsburg in Kirchheim im Wohngebiet „Im Rosenpark“ an der B 27, vor zwei Jahren gestartet haben, hat sich für die meisten Anwohner als Glücksfall erwiesen. Zwar kann man von der B 27 noch abbiegen, steht aber am Spielplatz vor der Absperrung. Ein Unfall am Spielplatz war Anlass für den Versuch. Von der anderen Seite ist das Wohngebiet über die Christofstraße zu erreichen und somit zweigeteilt.

Die Verwaltung startete im Frühjahr eine Umfrage, deren Ergebnisse nun im Gemeinderat vorgestellt wurden. Von 62 Rückmeldungen waren 47 zufrieden über die Sperrung. Auch wurde vorgeschlagen, die Sperrung gleich an der B 27 einzurichten, was die nahe Kreuzung einfacher machen würde. Zudem könnte das Gebiet dann von den Anwohnern komplett über die Christofstraße erreichbar sein.

15 Anwohner waren der Meinung, dass sich die Sperrung nicht bewährt hat. Es gebe dadurch mehr Verlagerungsverkehr auf die umliegenden Straßen und Autos, die trotz Sperrung irrtümlich einfahren und dann wieder umdrehen müssen.

Nachdem die Straße nicht mehr verkehrsberuhigt ist und dort Tempo 30 angeordnet wurde, wurden von Anwohnern nun folgende Maßnahmen vorgeschlagen: ein Rückbau zum verkehrsberuhigten Bereich wie in der Lissenstraße sowie den Verzicht auf eine Vollampel am Real-Markt auf der Rechtsabbiegerspur. Als weitere Maßnahmen wurde eine Einbahnstraßenregelung Richtung Bundesstraße, Straßenschwellen, Geschwindigkeitskontrollen und ein Lkw-Durchfahrtsverbot vorgeschlagen.

Landratsamt entscheidet

„In Stoßzeiten über die B 27 abzufahren, ist sehr schwierig“, betonte Bürgermeister Uwe Seibold. Er schloss auch die Rückkehr zu einem verkehrsberuhigten Bereich mit einer Spielstraße aus. Die deutliche Mehrheit habe sich dafür ausgesprochen, „den Versuch zur Dauerlösung zu machen“.

Stephan Hennig von der Wählergemeinschaft plädierte ebenfalls für die Beibehaltung des aktuellen Zustands und fühlte sich als Gemeinderat an das klare Votum gebunden. Sabine Reiffert sah es als fatal an, wenn der Rettungsdienst an dieser Stelle nicht durchkommt. Immanuel Schmutz von den Unabhängigen war ebenfalls dafür, die Mehrheit anzuerkennen und beeindruckt von der Vielzahl an Argumenten. Auch Bürgermeister Uwe Seibold sah dies so, letztlich liege die Entscheidung aber beim Landratsamt Ludwigsburg.