Bauantrag Wirbel um Baugesuch

Erligheim / Von Roland Willeke 03.08.2018

Das Grundstück Löchgauer Straße 8 soll neu bebaut werden. Der Gemeinde liegt ein Bauantrag für ein dreistöckiges Wohn- und Geschäftshaus mit zehn Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit vor. Die Gewerbeeinheit ist mit einer Fläche von 125 Quadratmetern geplant, die Wohnungen sollen zwischen 57 Quadratmetern und 99 Quadratmetern groß sein. Den Wohnungen soll je ein Stellplatz in der Tiefgarage unter dem Haus zugeordnet werden.

Das Vorhaben hat bereits Aufsehen in der Nachbarschaft erregt, einige Nachbarn waren deshalb auch in die letzte Sitzung des Gemeinderats gekommen. Auch im Gemeinderat sorgte das Baugesuch für Ärger. Heinz Schütt fühlte sich von dem Bauantrag überrumpelt und zeigte sich verärgert über den Informationsvorsprung der Verwaltung gegenüber dem Gemeinderat.

Sein Antrag, den Tagesordnungspunkt ersatzlos zu streichen, fand aber im Gremium keine Mehrheit. Bürgermeister Rainer Schäuffele wollte den Vorgang unbedingt auf der Tagesordnung behalten, um wenigstens die anwesenden Nachbarn über den aktuellen Stand informieren zu können.

Da es für das betroffene Areal nur einen Baulinienplan gebe, sei für die Beurteilung des Bauantrages einzig die Frage entscheidend, ob sich das Vorhaben in die Umgebungsbebauung einfüge, erklärte Hauptamtsleiter Pietro Leonetti dem Gemeinderat. Im Vergleich zu Nachbargebäuden, die zum Teil höher seien, füge sich das geplante Gebäude in die Umgebung ein.

Dass der jetzt vorliegende Antrag zwei Wohnungen mehr vorsehe als ursprünglich angekündigt, könne für den Gemeinderat keine Rolle spielen. Gleichwohl zeigte man sich im Gemeinderat verärgert darüber.

Wie die Gewerbeeinheit genutzt werden soll, ist im Moment noch offen. Ob sich mit ihr der Wunsch der Erligheimer nach einer Apotheke im Ort erfüllen lässt, ist zweifelhaft. Denn Bürgermeister Rainer Schäuffele hat aus der Branche erfahren, dass ein Arzt am Ort zu wenig ist, um eine Apotheke – selbst in verkehrsgünstiger Lage – zu tragen.

Bedenken des Gemeinderats

Bedenken im Gemeinderat gab es wegen der Massivität des Baukörpers und der Frage der Stellplätze. Problematisch wurde die Ausfahrt aus der Tiefgarage auf die Löchgauer Straße gesehen. Hier teilt das Landratsamt offenbar die im Gemeinderat geäußerten Bedenken und verlangt eine Signalregelung. Für die erforderliche Verlegung der Bushaltestelle in der Löchgauer Straße wurde inzwischen eine Grunddienstbarkeit ins Grundbuch eingetragen.

Letzten Endes schloss sich der Gemeinderat der Empfehlung der Verwaltung an und stellte die Entscheidung über das Vorhaben solange zurück, bis alle Stellungnahmen übergeordneter Behörden vorliegen.

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