Bönnigheim Wer kommt, bleibt häufig länger

Der Wohnmobilstellplatz am Freibad in Bönnigheim. Hier wurden im vergangenen Jahr 698 Übernachtungen gezählt. Foto: Martin Kalb
Der Wohnmobilstellplatz am Freibad in Bönnigheim. Hier wurden im vergangenen Jahr 698 Übernachtungen gezählt. Foto: Martin Kalb © Foto: Martin Kalb
Michael Soltys 28.06.2018

Der Boom des Tourismus in Deutschland hält an. Doch von den 3-B-Städten Bietigheim-Bissingen, Besigheim und Bönnigheim haben Bönnigheim und Bietigheim-Bissingen Dämpfer hinnehmen müssen, was die Zahl der Übernachtungen angeht. Das geht aus dem Bericht hervor, den 3-B-Tourismus-Manager Eric Reiter am Dienstag nacheinander in Besigheim und Bönnigheim im Verwaltungsausschuss vorstellte. Im Jahr 2017 haben 6215 Touristen den Weg nach Bönnigheim gefunden, die Zahl der Übernachtungen liegt nach den Angaben Reiters bei 15 590. Die Zahlen für  2016 waren deutlich höher: Reiter berichtete damals von 7082 Ankünften und 17 113 Übernachtungen in der Stadt.

Woran das liegt, dafür hat Reiter keine Erklärung. Er erhalte seine Zahlen vom Statistischen Landesamt, das dazu keine weiteren Erläuterungen gebe, sagte er auf Nachfrage der BZ. Schon in der Vergangenheit habe es solche Sprünge rückwärts gegeben, die den anhaltenden Aufwärtstrend unterbrochen haben. Die Familien Holder, Sartorius und Krapf, die in Bönnigheim Ferienwohnungen anbieten, seien jedenfalls zufrieden mit dem Geschäft des Jahres 2017, berichtete Reiter von seinen Gesprächen. Alle drei Vermieter hätten zu Protokoll gegeben, dass Gäste aus allen Teilen Deutschlands kommen, die Themen Wein und Genuss spielten dabei eine immer größere Rolle. Viele Gäste blieben sogar ein bis zwei Wochen. Einer der drei Betriebe nimmt nur noch Gäste ab drei Übernachtungen auf. Auch das Hotel Adler am Schloss habe seine Übernachtungszahlen steigern können, berichtete Reiter nach entsprechender Rückfrage.

Mehr Gäste bei Führungen

Auf den Wohnmobilstellplätzen der Stadt Bönnigheim direkt beim Freibad ist ebenfalls nichts von einer Flaute zu spüren. Im Gegenteil: 698 Übernachtungen wurden für das Jahr 2017 gezählt, ein Jahr zuvor waren es lediglich 443. Der Vergleich mit dem Jahr 2012 zeigt, wie stark diese Form des Tourismus insgesamt zugenommen hat. Damals wurden lediglich 143 Übernachtungen gezählt.

Zahlenmäßig großen Erfolg haben auch die Stadtführungen in Bönnigheim. 2017 wurde laut Reiter das bisher beste Ergebnis erzielt. 7705 Gäste ließen sich die Sehenswürdigkeiten der Stadt zeigen und erläutern, das sind mehr als 500 Neugierige mehr als im Jahr zuvor. 252 Gruppen meldeten sich zu diesen Führungen an, zwölf Gruppen mehr als 2016. Damit setzt sich Bönnigheim von Besigheim ab, wo schon seit mehreren Jahren ein kontinuierlicher Rückgang zu verzeichnen ist. Dort sei eine Sättigung erreicht, vermutet Reiter, Gästegruppen aus der nahen Umgebung, die das Angebot bereits kennen, seien schwerer zu gewinnen.

Ein möglicher Grund für diese unterschiedlichen Entwicklungen: Bönnigheim hat das Thema der Erlebnis-, Kostüm- und Genussführungen erst vor vier bis fünf Jahren aufgegriffen, später als Besigheim und auch Bietigheim-Bissingen. Das mache sich jetzt in einem „Aufschwung der Teilnehmerzahlen“ bemerkbar, vermutet Reiter. Um das Besucherniveau halten zu können, „müssen weiterhin attraktive und neue Stadtführungen hinzukommen“, folgert Reiter.

Exakt 39 056,53 Euro gibt Bönnigheim für die Arbeit des Tourismusteams im Jahr 2017 aus, dieselbe Summe wie Besigheim. Bietigheim-Bissingen zahlt mehr als 73 000 Euro. Das „Wein- und Obstquartett“, bestehend aus den Gemeinden Erligheim, Kirchheim, Löchgau und Walheim, trägt 9000 Euro zum Budget bei, das für Werbemedien und Auftritte auf Messen verwendet wird. Das Quartett wird 2019 zum Quintett erweitert, wenn die Gemeinde Freudental ihm beitritt.

Eigene Veranstaltungen

In diesem Jahr setzt das 3-B-Tourismusteam stark auf eigene Veranstaltungen. Sehr erfolgreich seien die beiden Schifffahrten verlaufen, an denen sich die Felsengartenkellerei und die Weingärtner Stromberg-Zabergäu beteiligt haben. In Vorbereitung sei ein Genuss-Wandertag am 17. August zum Thema Wein, an dem sich zehn Weinbaubetriebe und zahlreiche Vereine beteiligen.

Die Tourismuszahlen in Besigheim und Bietigheim-Bissingen

In Besigheim setzt sich der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre bruchlos fort. Laut dem Bericht von 3 B-Tourismus-Manager Eric Reiter kamen im vergangenen Jahr 9363 Gäste in die Stadt. Im Jahr zuvor waren es fast 1000 weniger. Insgesamt 18 700 Übernachtungen weist die Statistik 2017 aus, das sind 2237 mehr als im Jahr zuvor. 2017 nahmen 7161 Gäste an Führungen teil, 350 Gruppen waren angemeldet. 2016 waren es 7002 Gäste und 369 Gruppen.

In Bietigheim-Bissingen wurden 37 781 Ankünfte gezählt, das sind 2267 weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Übernachtungen ist dagegen mit 88 146 nahezu gleich geblieben. An den Führungen in der Stadt nahmen 5501 Personen teil, das sind etwa 650 weniger als im Jahr zuvor. 2017 meldeten sich 339 Gruppen an, 16 weniger als 2016.  sol

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