Kirchheim Weniger Verkehr in der Lissenstraße

Der Anwohnerprotest hat Wirkung gezeigt: Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab, eine verkehrsberuhigte Zone auszuweisen.
Der Anwohnerprotest hat Wirkung gezeigt: Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab, eine verkehrsberuhigte Zone auszuweisen. © Foto: Martin Kalb
Kirchheim / Von Uwe Deecke 15.08.2018

Landratsamt und Gemeinde haben laut einer Presseerklärung  gemeinsam „eine unbürokratische und kreative Lösung gefunden, wie die Lissenstraße künftig wieder zum verkehrsberuhigten Bereich werden kann“. „Wir erreichen mit den beabsichtigten Maßnahmen ein hohes Maß an Verkehrssicherheit“, erklärt Axel Meier, Leiter des Fachbereichs Verkehr im Landratsamt. Zudem könne mit der besonderen Gestaltung die in der Vergangenheit häufig beanstandete Missachtung der vorgeschriebenen Schrittgeschwindigkeit durch Autofahrer künftig wirksam unterbunden werden, so Meier weiter.

Hintergrund der Entscheidung ist die Anordnung der Behörde, den vor 28 Jahren entstandenen verkehrsberuhigten Bereich rückgängig zu machen, weil es dafür offenbar keine Genehmigung gab. Das verärgerte die Anwohner der Lissenstraße und des Amselwegs so, dass sie ihren Unmut in einer 90-minütigen Bürgerfragestunde zum Ausdruck brachten und Protestschilder an der Straße anbrachten (die BZ berichtete). Dass man mit der Anordnung übers Ziel hinausgeschossen ist und das Bild der Behörde in der Öffentlichkeit Schaden nahm, wurde wohl offenbar erkannt. Man setzt nun auf Gesprächsbereitschaft und den Dialog, den sich auch der Kirchheimer Gemeinderat und die Verwaltung wünschten.

Den Bereich Lissenstraße neu zu gestalten und ein Konzept mit Bänken und Pflanzkübeln zu entwerfen, sind die zunächst geplanten Maßnahmen. So sei für alle Verkehrsteilnehmer ersichtlich, dass sie in einem besonderen, verkehrsberuhigten Bereich unterwegs sind, erklärt das Landratsamt. Zusätzlich sei angedacht, dass durch Zeichnungen auf der Straße erkennbar wird: „Hier sind Kinder unterwegs!“ Möglich werden könne das zum Beispiel durch eine gemeinsame Malaktion von Eltern und Schulkindern.

Im kleinen Amselweg werde eine solche Lösung nicht möglich sein, da es hier einen Gehweg gebe, was eine Spielstraße grundsätzlich ausschließt. Doch seine Anwohner hielten sich damals in der Sitzung ebenfalls nicht zurück. Per Navi würden LKW hier rein geführt und kämen nicht um die Kurve. Anwohner lotsen die Fahrer wieder rückwärts raus, weil es nicht weitergeht. Eine Lösung für den Amselweg könnte, so Bürgermeister Uwe Seibold auf Anfrage unserer Zeitung, in einem versetzten Parken oder einem LKW-Verbot liegen. Er müsse auch weiterhin für Feuerwehr und Müllabfuhr in beide Richtungen befahrbar bleiben. 

Die Pressemitteilung kam aufgrund eines Gesprächs zustande, das der Gemeinderat der Behörde vorgeschlagen hatte. „Ich freue mich, dass es so schnell gelungen ist, eine grundsätzliche Lösung zu finden, dass zumindest der Bereich Lissenstraße wieder zum verkehrsberuhigten Bereich werden kann“, erklärte Bürgermeister Uwe Seibold nach dem Treffen. Damit werde den Belangen der Anwohner und der besorgten Eltern in diesem Bereich Rechnung getragen. Die Ideen sollen nun schnell zu Papier gebracht und mit der Anliegerinitiative und der Verkehrsbehörde abgestimmt werden, damit möglichst schnell die verkehrsrechtliche Anordnung und die Umsetzung erfolgen können. Das Drängen auf den Zeitplan hat seine Gründe: Die Lissenstraße wird gern von Schülern als Schulweg benutzt und soll möglichst noch vor Schulbeginn wieder Spielstraße werden.

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