Sie sind wahrlich nicht neu im Geschäft, aber sie tragen eine neue Verantwortung: Jürgen Conz, 46, geschäftsführender Vorstand und Vorstandsvorsitzender der Weingärtner Stromberg-Zabergäu, Bernd Kost, 53, ebenfalls geschäftsführender Vorstand und zuständig für den Vertrieb des Weins, und Thomas Eberbach, 48, zuständig für Önologie und Technik. Conz und Kost wurden wie berichtet in der Hauptversammlung hauptamtlich in ihre Vorstandsämter gewählt, die Genossenschaft setzt damit auf eine professionelle Leitung. Die ehrenamtlichen Strukturen haben sich angesichts des Arbeitsaufwandes überholt, erläuterte Rainer Lang bei einem Gespräch in den Räumen der Genossenschaft. Er war 22 Jahre lang ehrenamtlicher Vorstandschef und ist nicht mehr zur Wahl angetreten.

Der neuen Mannschaft geht es darum den hart umkämpften Kernmarkt in Württemberg und im nahen Bayern, wo 80 Prozent des Umsatzes erzielt werden, zu stabilisieren, sagte Kost. „Das haben wir im letzten Jahr geschafft.“ Darüber hinaus ist Kost, zuständig für den Vertrieb, zuversichtlich national und international neue Märkte zu finden. Mit ein bis zwei Prozent ist der Exportanteil in der Genossenschaft bisher sehr gering.

Der Vorstand setze auf die Zusammenarbeit mit bestehenden Kunden, wolle aber auch außerhalb des Lebensmitteleinzelhandels weiter Fuß fassen, beispielsweise bei Fachhändlern, bei denen die Genossenschaft noch nicht vertreten sei. Ein weiteres Ziel sei es, die Auszahlungen an die Mitglieder bei einem Euro pro Kilo zu halten und damit auf das Hektar gesehen zwischen 12 000 und 14 000 Euro pro Jahrgang auszuzahlen.

Der Standort Bönnigheim behält seine Stellung auch nach dem Weggang von Albrecht Hauber, der wie berichtet in den Ruhestand geht. Sowohl in Brackenheim als auch in Bönnigheim gibt es je einen Kellermeister. Thomas Eberbach wird seine Arbeit zu 80 Prozent in Bönnigheim ausüben. In Bönnigheim werden die Weine aus sämtlichen Weinbergen der Genossenschaft abgefüllt.

Einen neuen Weg geht die Genossenschaft mit der Ausstattung der Basisqualitäten in Liter- und Dreiviertelliterflaschen. Die Rebsorte wird stärker hervorgehoben, das Etikett heller und kontrastreicher. Um die regionale Herkunft zu betonen, erscheinen wieder die Begriffe „Weinkeller Brackenheim“ und „Strombergkeller“ auf den Etiketten. Traditionelle Kunden hätten etwas „die Orientierung verloren“, räumt Kost ein.