Bönnigheim Warten auf mehr Sicherheit am Spielplatz

Der Blick vom Spielplatz an der Burgstraße auf einen vorbei fahrenden Lastwagen. Es gibt Querungshilfen, aber keinen Zebrastreifen. Spielplan und Fahrbahn sind optisch kaum getrennt.
Der Blick vom Spielplatz an der Burgstraße auf einen vorbei fahrenden Lastwagen. Es gibt Querungshilfen, aber keinen Zebrastreifen. Spielplan und Fahrbahn sind optisch kaum getrennt. © Foto: Martin Kalb
Bönnigheim / Von Uwe Deecke 29.06.2018

Bürger kritisierten in der Fragestunde der jüngsten Gemeinderatssitzung nicht nur die Lärmbelästigung, die abends vom neu eröffneten Spielplatz zuweilen ausgeht. Ihnen geht es auch um den Zugang zum neuen Spielplatz, der an der Bleichwiese vor vier Wochen eröffnet wurde. Dass Kinder direkt vom Spielplatz aus auf die Straße laufen können, wo es nun keine Mobilampel mehr gibt und auch kein Zebrastreifen existiert, kritisierte eine Bürgerin. Dass es am neuen Spielplatz kein ausreichendes Konzept gebe, wurde von einem weiteren Bürger angemahnt.

Tatsächlich darf an der Burgstraße nach wie vor Tempo 50 gefahren werden, was sich auch durch die baulich getrennten Fahrstreifen nicht ändert. Es gibt Querungshilfen für Radfahrer und Fußgänger, doch keine Beschilderung und auch keinen Zebrastreifen. „Es war unser Wunsch, einen Zebrastreifen an der Querung Gerd-Kreiser-Weg/Burgstraße zu bekommen, der abgelehnt wurde. Das Landratsamt hat uns nur einen Fußgängerüberweg nördlich im Bereich Bachstraße/Burgstraße zugestanden. Das wollte aber unser Gemeinderat aus guten Gründen nicht, der Bereich in der Mitte soll die Hauptquerung sein“, erklärte Bürgermeister Kornelius Bamberger auf Anfrage der BZ. Man wolle nun einen neuen Anlauf starten, um einen Zebrastreifen zu bekommen.

Das Landratsamt sieht nur an der Bachstraße/Burgstraße Handlungsbedarf. „Die Verkehrsbehörde hat die Anlage eines Zebrastreifens nicht abgelehnt. Im August 2014 wurde der Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die Anlage eines Zebrastreifens im Bereich der Querungsstelle Bleichwiese/Bachstraße/Burgstraße möglich wäre“, sagt Pressereferent Dr. Andreas Fritz. Auch zum Thema Bedarfsampel äußerte er sich. Mit dem Umbau der Burgstraße sei die provisorische Ampel entfallen. „Aufgrund der ermittelten Verkehrsstärken wäre eine dauerhafte Anordnung nach den einschlägigen Richtlinien nicht möglich“, so der Sprecher. Zwischen Bachstraße und Forststraße stünden den Fußgängern inzwischen drei Querungshilfen zur Verfügung. Aufgrund der vorhandenen Mitteltrennung müsse der Fußgänger nur noch eine Fahrtrichtung beachten.

Hier Tempo 30 einzurichten, ist wohl nur über den Lärmaktionsplan möglich, der gerade geprüft wird und höhere Verkehrszahlen voraussetzt (die BZ berichtete). Die Möglichkeit, Tempo 30 über die neue Regelung für Schulen und Kindergärten zu erreichen, beurteilt die Verkehrsbehörde skeptisch, obwohl hier ein Schulweg und die Verbindung von Sportplatz zur Schule vorliegt. Eine grundsätzliche Reduzierung sehe die Straßenverkehrsordnung nicht vor, so die Behörde. Die seit Dezember 2016 geltenden Sonderregelungen im Bereich von Schulen und anderen besonderen Einrichtungen umfassten nur den „unmittelbaren Zugangsbereich der Einrichtungen“.

Dass hier bislang keine Schilder auf den Spielplatz hinweisen, liegt an der früheren Übersichtlichkeit des Bereichs. „Mit der Idee der getrennten Fahrspuren haben wir baulich bewusst die Voraussetzungen für langsameres Fahren geschaffen“, so Bamberger. Dies müsse nun nur noch mit der entsprechenden Beschilderung nachvollzogen werden.

Privater Sicherheitsdienst

Beim Thema Lärmbelästigung setzt der Bürgermeister nicht auf einen privaten Sicherheitsdienst wie etwa in Löchgau sondern auf die Behörden. Hier sei Kritik an der Landespolitik angebracht. „Seit Jahrzehnten verfolge ich, dass die Polizei personell und materiell nicht so ausgestattet wird, dass sie ihrer wichtigen Aufgabe nachkommen kann, in ausreichendem Maß für die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Wenn Anrufen von Anwohnern wegen Ruhestörungen häufig erfolglos bleiben, weil die wenigen Streifenwagen in der Nacht bei anderen dringenderen Einsätzen gebraucht werden, dann schwindet auch das Vertrauen der Bevölkerung“. Ein privater Sicherheitsdienst sei das allerletzte Mittel, wenn es nicht mehr anders gehe.

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