Treffpunkt Vor dem Juca wird es ruhiger

Bönnigheim / Von Uwe Deecke 03.07.2018

Das Juca, das seit März vergangenen Jahres wieder geöffnet hat, ist ein beliebter Treffpunkt. Zentral, mit einem kleinen Platz davor und auch einer Remise, wenn es einmal regnet. Das sorgte in der Vergangenheit bei den Betreibern der benachbarten Vinothek für Ärger, die sich über Müll, Ballspielen und auch manchmal Pöbeleien beschwerten. Auch das Museum Sophie-La-Roche ist dort beheimatet, und auch die Touristen-Information liegt an diesem Platz. Bei dem Zusammentreffen so unterschiedlicher Gruppen und wenn es um das Image der Stadt gehe, gebe es Nutzungskonflikte,  lautet die Kritik.

Inzwischen habe sich die Lage etwas beruhigt, sagt Vinothekar Hans-Joachim Jaeger. Was auch am neuen Spielplatz an der Burgstraße wenige Meter weiter liegen könne. Dort gebe es ausreichend Platz und Spielgelegenheiten für Jüngere und Ältere, die auch gerne abends genutzt werden. Nach den Beschwerden über Lärmbelästigungen am Kavaliersbau scheint sich das Problem nun etwas verlagert zu haben.

„Das Juca gibt sich sehr viel Mühe“, sagt Jaeger, „die Situation hat sich gebessert“. Jugendliche gebe es vor der Vinothek und dem Juca nach wie vor, es seien nun vermehrt ältere Jugendliche, die dort ihren Treffpunkt haben. Das Problem mit der Remise, die als Unterstand dient, sieht er schon länger. Doch Jugendliche bräuchten auch eine Möglichkeit, wo sie sich treffen könnten.

Schade findet der Vinothekar, dass die bereits geplante Sanierung des alten Feuerwehrgerätehauses zurückgestellt wurde. Dafür standen schon erhebliche Fördermittel bereit, die allerdings nicht abgerufen wurden. Der Umzug kam nicht zustande. „Unisono“ sei man seitens der Vinothekare nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre der Meinung, dass der gemeinsame Platz mit dem Jugendhaus keine Lösung sei, da das Juca in diesen öffentlichen Raum nicht hinein passe.

Noch-Bürgermeister Kornelius Bamberger weiß seit Langem um das Problem, auch im Nachrichtenblatt wurde der Konflikt am Kavaliersbau zuletzt wieder behandelt. Bamberger hofft nach wie vor auf die Einsicht der Jugendlichen und gutes Benehmen. Der Jugendhausleiter sei mit den in der unmittelbaren Nachbarschaft beheimateten Institutionen im Gespräch und stets bestrebt, Nutzungskonflikte gar nicht erst entstehen zu lassen, beziehungsweise auszuräumen, so Bamberger auf Anfrage der BZ. „Wenn Juca-Nutzer sich daneben benehmen, werden mit diesen ernsthafte Gespräche geführt und wenn diese nicht fruchten sollten, auch ab und an Hausverbote ausgesprochen“.

Dass es damals mit dem Gerätehaus an der Lauffener Straße nicht geklappt hat, liege an einem Beschluss vor fünf Jahren. „Der Gemeinderat hat im Januar 2013 beschlossen, den Umbau des alten Feuerwehrgerätehauses in der Lauffener Straße vorerst nicht weiter zu verfolgen. Damals sollten neben dem Juca auch das DRK, die DLRG und die Bönnigheimer Landfrauen Nutzer des Gebäudes bleiben. Die Umbaukosten für die genannten Maßnahmen seien damals auf mindestens eine Million Euro veranschlagt worden“, erklärt Bamberger. Der Gemeinderat habe aber damals bei den Investitionen andere Prioritäten gesetzt. Prominentes und teuerstes Beispiel sei die Sanierung des Innenstadtpflasters.

Flüchtlinge am Gerätehaus

Wie könnte also eine schlüssiges Konzept für die Jugendlichen aussehen? Nachdem am Gerätehaus nun für absehbare Zeit die Container für die Flüchtlingsunterbringung stehen, dürfte dieser Ort kurzfristig kaum in Frage kommen. Für die frühere Schule an der Karlstraße gebe es aktuell keine Planungen, so der Bürgermeister.

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