Ende 1965 hat die Landesarchiv-Direktion dem Hofener Bürgermeisteramt mitgeteilt, dass ein neues Kreiswappenbuch herausgegeben werden soll, und damit auch das damals noch selbstständige Hofen, das bis dahin über kein offizielles Wappen verfügte, ein neues Gemeindewappen erhalten soll. Das seitherige Wappen beziehungsweise der Stempel mit einer Kirche, sei historisch nicht begründet und wurde von der Archivdirektion nicht als Wappen angesehen.

Sehr zum Unmut des Gemeinderates. Nach dessen Ansicht  war die Kirche sehr wohl als Wappensymbol geeignet. Einen Alternativ-Vorschlag hatte das Stuttgarter Landesarchiv auch schon parat: Das Wappen des ehemaligen Hofener Ortsadels sollte künftig als Gemeindewappen geführt werden. Dem Stuttgarter Professor Dr. Hans-Martin Decker-Hauff zufolge sollte das Wappen folgendermaßen aussehen: „Ein Schild in Rot mit halbem silbernen sitzenden Stier“. Die Ortsfarben Hofens wären demnach Silber-Rot gewesen.

Der in Hofen wohnhafte Grafiker Bruno Velten wurde beauftragt, nach diesen Vorgaben einen Entwurf anzufertigen. Dieser Entwurf wurde vom Hofener Gemeinderat schlichtweg abgelehnt. Zwei weitere Vorschläge von der Archivdirektion und vom Landratsamt stießen in Hofen genauso wenig auf Begeisterung und wurden ebenfalls abgelehnt. Nach wie vor favorisierte der Gemeinderat die Kirche als Wappensymbol.

Ein entsprechender Antrag wurde jedoch im Dezember 1965 vom Innenministerium abgelehnt. Bereits 36 Gemeinden in Württemberg hätten eine Kirche im Wappen, wie beispielsweise das benachbarte Kirchheim, so die Argumentation. Aus diesem Grund sei es unmöglich, dass von Hofen die Kirche, wie im Stempel von 1936 geführt, als Wappen amtlich festgelegt werden darf. Die Stuttgarter rechneten nicht mit der Beharrlichkeit des Hofener Gemeinderates, der weiter der Ansicht war, dass die Kirche ein geeignetes Wappensymbol sei.

Die Gemeinde Hofen beauftragte schließlich die Bönnigheimer Stadtarchivarin Elisabeth Zipperlen damit, Nachforschungen anzustellen. Zusammen mit Bürgermeister Rolf Aßmus und dem Grafiker Bruno Velten konnte Elisabeth Zipperlen in mehrmaligen Besprechungen im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv die Experten davon überzeugen,  dass die vom Gemeinderat favorisierte Kirche zusammen mit dem Denkendorfer Kreuz als Symbol sehr wohl geeignet ist. Anhand alter Urkunden konnte letztendlich auch belegt werden, dass sich bis 1850 das Hofener Schultheißenamt eines Stempels mit einer Kirche bediente.

Damit nicht genug. Im Wappenstein über der Haustür des Pfarrhauses ist außer der Jahreszahl 1613 und dem altwürttembergischen Wappen das so genannte Denkendorfer Kreuz. Dieses belegt, dass Hofen früher im Besitz des Klosters Denkendorf war. Im Jahre 1522 hatte das Kloster Denkendorf die Hofener Kirche samt Kirchensatz vom Kloster Lauffen zum Preis von 2400 Gulden erworben.

Mit diesen Argumenten im Gepäck machten sich der damalige Bürgermeister Aßmus, die Historikerin Zipperlen und der Grafiker Velten abermals auf den Weg nach Stuttgart in das Hauptstaatsarchiv. Die Experten konnten sich diesen urkundlichen Argumenten nun nicht mehr verschließen. Bruno Velten bekam den Auftrag, das Wappen mit der Kirche und dem Denkendorfer Kreuz zur Vorlage beim Innenministerium anzufertigen.

Der Entwurf wurde abgesegnet, und der Hofener Gemeinderat hat vor 50 Jahren, in einer Sitzung am 12. August 1966, schließlich einstimmig diesem Wappen zugestimmt. Bis zur Eingemeindung im Oktober 1972 war es das offizielle Wappen von Hofen. Seither wird es als „ehemaliges“ Gemeindewappen geführt und hat seinen festen Platz.