Bereits 73 Jahre alt ist die Schiller-Volkshochschule in Ludwigsburg, die sich wachsender Beliebtheit erfreut und allerorten neue Angebote macht. Immer beliebter: Bildungswerkstätten. „Der Bedarf für selbstbestimmtes Lernen ist da“, sagt Constanze Weis von der VHS. Im Jahr 2014 waren es noch 14 Gruppen, aktuell sind es schon 30, die an Bildungswerkstätten im Landkreis teilnehmen. Das Konzept, das im Landkreis Ludwigsburg entwickelt wurde, weite sich auch auf andere Landkreise aus, unterstreicht Weis.

In Freudental läuft eine Bildungswerkstatt mit Erfolg, auch in Kirchheim gibt es im Vereinszentrum eine. Das älteste Angebot feiert in diesem Jahr in Bissingen sein 50-jähriges Jubiläum. Angeboten wird in Bildungswerkstätten „Wissenschaft für alle“: Literatur, Kunst, Musik, Geschichte, Politik, Philosophie, Naturwissenschaften, Psychologie und mehr werden von Dozenten vermittelt, die die Schiller VHS stellt. Die Teilnehmer können vorhandenes Wissen auffrischen, neues Wissen tanken und an anregenden Diskussionen teilnehmen, wirbt die VHS für ihr Angebot.

Zum Erfolgsrezept gehört, dass die Teilnehmer selbst die Inhalte des Semesterplans bestimmen, indem sie Themen sowie Referenten vorschlagen. Die räumlichen Hürden sind nicht allzu hoch. Platz für 18 Teilnehmer, Tische und Stühle sowie die Möglichkeit einen Beamer anzuschließen, braucht es für ein solches Angebot. Oft gehe man in Schulen, aber auch in kleine Sitzungssäle von Rathäusern, in Feuerwehrhäuser oder Räume der Gemeinde, sagt Constanze Weis.

Sieglinde Hofmann, die mit den VHS-Kursen in Bönnigheim betraut ist, hat daher bei verschiedenen  Einrichtungen nachgefragt, ob es Räume für ein solches Angebot gebe, bislang ohne Erfolg. Auch beim Schulzentrum läuft eine Anfrage, das aber bald im Rahmen der Masterplanung erweitert werden muss (die BZ berichtete). Deshalb will man dort aktuell noch keine Zusage machen, eine endgültige Absage ist das aber nicht. Denn die Schule hat durchaus ein Interesse an der Bildungswerkstatt in ihren Räumen, versicherte sie Weis schriftlich.

Und auch bei der Stadt hat man Interesse an dem Angebot für alle Bürger. „Wir werden sicher eine Lösung finden“, erklärt dazu die neue Hauptamtsleiterin Alexandra Kindler, die die Einrichtung einer Bildungswerkstatt in der Schule für Bönnigheim gut findet. Möglicherweise müsse die VHS-Gruppe dann zwischen zwei Räumen wechseln, wenn es die Raumnot erforderlich mache.

Im Herbst sollen vom beauftragten Büro die Ausbaupläne für das Schulzentrum im Gemeinderat vorgestellt werden, auch Aufstockungen von Gebäuden sind bereits im Gespräch. Im September will man seitens der Schulen dann mit der Volkshochschule in Kontakt treten, um über Lösungen für ein Raumangebot im nächsten Jahr zu sprechen.

„Die Schwierigkeit besteht darin, dass wir einen Raum über Jahre brauchen“, so Constanze Weiß, üblicherweise an einem kompletten Vor- oder Nachmittag an insgesamt 15 Wochen pro Semester. Gibt es genügend Interessenten, werde ein Semesterplan generiert. Im laufenden Semester könnten Teilnehmer der Bildungswerkstatt selbst Themen-Vorschläge machen.

Im Mai und Juni werde dann mit den Dozenten verhandelt, bevor eine Bildungswerkstatt im Herbst zu einem gewählten Thema starten kann. Zu Beginn seien neun bis zehn Teilnehmer erforderlich, so Weis. „Wenn sich einer anmeldet, der einen großen Freundeskreis hat, kann das sehr schnell voll werden“, weiß sie aus Erfahrung.

Besonders beliebt: Pilates


Die normalen Kurse der Volkshochschule ab Herbst finden wie gewohnt im Bönnigheimer Schulzentrum, in der Alten Feuerwehr oder in der Hohensteiner Wiesentalhalle statt. In der Vinothek gibt es ebenso ein Angebot wie in einem Fitnessstudio. Besonders gefragt seien Englischangebote, Kochkurse und Sport. „Pilates-Kurse sind immer gleich ausgebucht“, sagt Constanze Weis von der VHS. Für manche Kursen müsse man mehr Werbung machen, für andere weniger. dee