Dass bei der Bahn manches länger dauert als geplant, ist man in Kirchheim gewohnt. Im Herbst 2018 sollte es eigentlich weitergehen mit dem letzten Stück der großen Lärmschutzwand, die sich durch den Ort zieht.

Die Wand ist Teil eines großes Bundesprogramms, das nach und nach abgearbeitet wird und für die betroffenen Kommunen Verbesserungen in Sachen Lärm bringen soll. Allzu bunte Farben hatte der Gemeinderat abgewendet und stattdessen auf Grautöne gesetzt. Als die Arbeiten gegenüber vom P+R-Parkplatz angekommen waren, stellte man fest, dass der Untergrund an dieser Stelle nicht geeignet war. Die rund 120 Meter lange Natursteinmauer kann die sonst üblichen Pfeiler, die die Elemente halten, nicht dauerhaft tragen. Nun muss sie an diesen Stellen aufgesägt werden, und bekommt Betonpfeiler, an denen die die schwere Wand befestigt wird.

„Es dauerte deutlich länger als geplant“, so Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold, nachdem die Maßnahme vor einem Jahr vorgestellt wurde, weil es statische Probleme gab. Und auch die Arbeiten ab kommenden Montag werden wohl länger als vorgesehen dauern. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, die Arbeiten bis zum 31. März 2020 fertig zu stellen. Bis dahin soll die Tagesparkierung an der Westseite der Gleise wegfallen.

Halbseitige Sperrung

Am Montag wird die Bahnhofstraße dann auf der ganzen Länge halbseitig gesperrt, sodass keine Stellplätze mehr entlang der Seite zum Bahndamm zur Verfügung stehen werden. Dazu kommen Vollsperrungen im unteren Teil der Bahnhofstraße an einzelnen Samstagen oder nachts. Die Gemeinde stellt als Ersatz einige Stellplätze, die ansonsten für Inhaber einer P+R-Marke vorgesehen sind, als Tagesparkplätze auf dem großen P-R-Parkplatz zur Verfügung, der an den Verband Region Stuttgart übergehen soll (die BZ berichtete). Reichen werden diese Plätze wohl kaum, so dass mit mehr Pendlerfahrzeugen im Viertel zu rechnen sein wird. Die von der Deutschen Bahn beauftragten Ingenieure A.i.T haben in den letzten Wochen die Bewohner entlang der Bahnstrecke über die Teilnahme am Lärmsanierungsprogramm informiert, in dem etwa Schallschutzfenster vom Bund gefördert werden.

Doch nicht alle Eigentümer konnten erreicht werden. Die Probleme seien entstanden, weil vom Landesdatenschutzbeauftragten die Mitteilung kam, dass die angefragten Daten nicht bereitgestellt werden dürfen, stellt die Verwaltung klar. Weitere Möglichkeiten zur Datenermittlung habe die A.i.T. GmbH leider nicht genutzt. Auch bei der alten Fußgängerunterführung hat sich noch nichts getan. Sie ist nicht barrierefrei und Menschen mit Behinderung müssen den langen Weg außen herum über die P-R-Anlage nehmen, wenn sie aus Richtung Stuttgart kommen und in Kirchheim aussteigen. „Es ist der alte Stand, wir haben seither nichts gehört“, so Seibold. Die Unterführung sei beim Land auf die Liste genommen und beim Förderprogramm des Bundes angemeldet worden.