Bei der Besichtigung des neuen Hochbehälters zwischen Erligheim und Bönnigheim-Hofen am Dienstag wurde deutlich, dass sich die Gemeinde Erligheim um die Zukunft ihrer Wasserversorgung bald keine Sorgen mehr machen muss. „Der bisherige Wasserbehälter hatte gerade einmal ein Fassungsvermögen von 425 Kubikmetern und war einfach zu klein. Der neue fasst zweimal 600 Kubikmeter“, erklärt Rudolf Kürner, Verbandsvorsitzender und im Hauptberuf zugleich Bürgermeister von Markgröningen. Er ergänzt: „Darin ist auch eine Reserve an Löschwasser enthalten.“

Im Frühjahr hat der 2,3 Millionen Euro teure Bau begonnen. Er beinhaltet eine Metallwanne, zwei Behälter und ein Gebäude aus Holz, Beton und Stahl, das dem Hochbehälter einen Rahmen bietet. Künftig soll das Erligheimer Wasser, das aus dem Tiefbrunnen in Unterriexingen kommt, mit Bodenseewasser vermischt werden – die zweite Baustelle am entstehenden Hochbehälter. Im Dezember sollen die Arbeiten abgeschlossen sein und der Hochbehälter geht in Betrieb. „Die meisten dieser Behälter sind in Stahlbetonweise gebaut. Das ist der dritte Behälter, bei dem man vor Ort geschweißte Edelstahltanks realisiert“, erklärt Thomas Mielke, Bauingenieur und Planer.

So mancher Spaziergänger wird sich vielleicht wundern, warum der Wasserhochbehälter nicht an der höchsten Stelle steht, sondern einige Meter weiter unten. „Normalerweise steht der Hochbehälter, wie der Name schon sagt, an der höchsten Erhebung, weil von dort aus die Gefällesituation am besten ist.“ Hier ist es anders. Der Hochbehälter entsteht nicht an der höchsten Stelle. „Der Erwerb des dazugehörenden Grundstücks wäre deutlich schwieriger gewesen“, betont Thomas Mielke. Die Konsequenz: Der Leitungsbau werde jetzt aufwendiger. „Wir haben eine ganze Menge Leitungen, die zum Behälter führen. Eine Verbindungsleitung führt vom Hauptbehälter in Löchgau hierher. Die hat Power mit 25 Zentimetern Innendurchmesser“, erläutert der Planer des Hochbehälters.

Zum Jahresende fertig

Die vorgesehene Bauzeit bis zum Jahresende kann wohl eingehalten werden. Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, können die Edelstahlbehälter im neuen Jahr in Betrieb genommen werden. Bürgermeister Rainer Schäuffele fällt angesichts dieser guten Nachrichten der berühmte Stein vom Herz. „In erster Linie geht es uns beim Bau dieses neuen Hochbehälters um die Versorgungssicherheit“, sagt er und fügt hinzu: „Bei unserem Gemeindewachstum mussten wir da einfach handeln. Mit dem alten Behälter gab es natürlich keine Versorgungsknappheit, aber der Behälter war trotzdem schon jetzt zu klein“, so Schäuffele. Tritt Fall X ein und es kommt zu einem Behälterbrand, dann wäre Erligheim durch seine Entfernung zum Hochbehälter in Löchgau seither buchstäblich auf dem Trockenen gesessen. „Jetzt mit der Bodenseewasserversorgung im Boot kann uns das nicht mehr passieren“, betont der Erligheimer Schultes.