Am Freitagabend eröffnete Bürgermeister Albrecht Dautel zusammen mit Maria Rhem-Kordesee, Bildungsreferentin im evangelischen Kreisbildungswerk in Ludwigsburg, die Ausstellung „Dialog-Türen“, eine „Kampagne zum Interreligiösen Dialog“ im Bönnigheimer Rathaus. Der Betrachter geht durch fünf „Türen“, die aus jeweils vier Schautafeln gebaut sind und setzt sich auseinander mit den eigenen Positionen, mit anderen Lebenswegen, mit dem Thema Gebet in verschiedenen Kulturen. Die beiden letzten „Türen“ sind mit „Lernen“ und „Hoffnung“ überschrieben.

Die multikulturelle Situation, die in den Städten und den Dörfern längst alltäglich geworden ist, will besser gestaltet werden. Die Notwendigkeit, ein friedliches Miteinander zwischen den Kulturen hinzubekommen, führte zur Gestaltung der Ausstellung „Dialog-Türen“. Um die Wanderausstellung gruppiert sich ein Rahmenprogramm mit Filmen und Vorträgen, mit interreligiösem gemeinsamem Singen und einer Einführung in den Koran.

Erster Filmgottesdienst

Die erste der Rahmenveranstaltungen am Freitagabend in Bönnigheim gestaltete Pfarrer Martin Burger: „Das ist der erste Filmgottesdienst hier in Bönnigheim“, lud er bei der Vernissage im Rathaus zur Ausstellung „Dialog-Fenster“ ein. Gleich danach versammelten sich Neugierige zum Filmgottesdienst als Auftakt der Kampagne in der Kirche von Bönnigheim-Hofen. Gezeigt wurde „Von Menschen und Göttern“, ein Film, der das Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen 1993 im Bürgerkrieg von Algerien zum Thema macht.

Die fünf Bögen aus Plakatwänden sind so angeordnet, dass man im Kreis durch jeden einzelnen hindurch spazieren kann, stehen bleibt und sich von Impulsen auf den Schautafeln spontan fesseln lässt. Die Wände zeigen die Vielseitigkeit und die Fülle an verschiedenen Mentalitäten an typischen Gegenständen und Situationen - in immer neuen Bildern.

Kernritual jeder Religion

Die Ausstellung will hinschauen und gemeinsame Wege finden. Deshalb nimmt zum Beispiel das Kernritual in jeder Religion, das Gebet auch eine eigene „Tür“ ein. Gezeigt werden zum Beispiel Fotos von verschiedenen Gebetsketten, wie sie nicht nur im Islam und bei den Katholiken in Form des Rosenkranzes zum Einsatz kommen. Die Ausstellung zur Kampagne interreligiöser Dialog zeigt Verbindendes wie zum Beispiel Gebetsrituale, die in verschiedenen Religionen ausgelebt werden und auf den zweiten Blick vielleicht gar nicht so weit voneinander entfernt sind. „Ich hätte mir noch eine sechste Tür vorstellen können die mit „gemeinsame Bewahrung der Schöpfung überschrieben ist“, erklärt Maria Rehm-Kordesee. Hier sieht sie ganz klar die Kirchen in der Verantwortung.

Den musikalischen Rahmen gestaltete bei der Vernissage ein Blechblasquintett der Stadtkapelle Bönnigheim. „Mit der Kampagne verbinden wir die Hoffnung auf den Sprung über den Bretterzaun, beziehungsweise über die eigene Ortsgrenze“, erklärt Pfarrer Martin Burger.

Info Im Kirchenbezirk Besigheim geht die Wanderausstellung zum interreligiösen Dialog auf Tour. Noch bis Montag, 17. Januar, ist sie im Foyer des Bönnigheimer Rathauses zu sehen. Danach in Besigheim, Kirchheim, Ingersheim und Bissingen.