Einiges los war am Wochenende auf dem Bönnigheimer Weihnachtsmarkt, der schon auf dem Burgplatz begann. Dort hatte wie immer die Familie Siracusa ihr Zelt aufgebaut, gegenüber gab es den Stand für den Orangenglühwein, den die Familie exklusiv verkauft. „Die Orangen dafür kommen aus Sizilien“, erklärte Filippina Siracusa, die mit ihrem Mann Prospero den Feinkostladen betreibt und italienische Lebensart auf den Burgplatz bringt.

Livemusik gab es zwar keine, aber andere Musik als sonst auf dem Weihnachtsmarkt. Davor standen ein Original-Fiat 500 und eine Vespa, die ihre Schwester zu Hochzeiten verleiht, nicht zu vergessen die orangefarbene Familienbank für Gespräche aller Art.

Stände mit Hochprozentigem

Die Durchfahrt des Köllesturms war gesperrt, denn gleich danach luden die ersten Stände zum Verweilen ein. Die Bönnigheimer Schnapsbrenner boten Hochprozentiges, vor allem Hagebutten- und Mirabellenschnaps sowie Kirschwasser waren bei der Brennerei Prochnau gefragt. Die Geschäfte entlang der Hauptstraße waren auch am Sonntag geöffnet, und es konnte auch eingekauft werden.

„Eingepackt wie ein Jäger“ war auch Buchautorin Ann Christin Ackermann vor Ort und bot ihr Buch „Tod eines Mörders“ signiert an, das endlich auf deutsch erschienen ist. Sie machte Werbung in eigener Sache und blickt bereits auf die Ausstellung mit dem LKA, die im Frühjahr im Schnapsmuseum von Kurt Sartorius stattfinden wird. Dieser hatte am Sonntag auch wieder eine Führung. Er zeigte Interessierten die Besonderheiten der Cyriakuskirche mit dem erhaltenen Lettner und Hochaltar.

Die WG Stromberg-Zabergäu hatte wieder ihren Stand in der Hauptstraße, am Schloss gab es vor dem „aevitas“ Tees und Glühwein des ökumenischen Freundeskreises für Flüchtlinge. Im Schlosshof begeisterte das Bungie-Jumping die Kinder.

Der Kunsthandwerkermarkt daneben, den die Familie Strenger organisiert, fiel in diesem Jahr etwas kleiner aus. Walter Strenger verkaufte seine Wildbienenhotels, die er aus Hartholz fertigt und die mit unterschiedlichen Lochdurchmessern den Wildbienen eine Behausung bieten. Auf seinen eigenen Streuobstflächen macht er Totholz zum Lebensraum von Wildbienen. Der einzige größere Imker im Ort hatte bei den Honigbienen in diesem Jahr kaum eine Ernte. „Die Frühjahrsernte fiel komplett aus, weil es zu nass war“, so Strenger, der noch nie so eine schlechte Ernte hatte. Am Ende des Jahres standen nur rund acht Kilo Honig pro Stock, was an außergewöhnlichen Witterung im Frühjahr lag.

Das Jugendhaus war wie immer beim Weihnachtsmarkt Ausstellungsraum für die Kunsthandwerker, die Geschenkideen zum Kauf anboten. Seillampen, besondere Kerzen, Wickelarmbänder, Filzschuhe, Seifen oder Schmuck konnten die Besucher hier erstehen.

Führung mit Taschenlampe

Am Marktplatz sang der Nachwuchs der Concordia, bevor die Kinder hier den Nikolaus treffen konnten. Bereits am Samstag herrschte hier reges Treiben, als am großen Weihnachtsbaum der Posaunenchor spielte. Auf der Bühne vor dem Ratsstüble sang der Chor „da capo“, während die neue Weihnachtsmarktbeleuchtung dem Markt Stimmung verlieh.

Eine Taschenlampenführung bei Nacht durch die Ausstellung bot diesmal die Sammlung Zander an. „Wir wussten nicht, dass es für Kinder ist, aber es war schon eine tolle Veranstaltung“, berichtete Peter Hilcher, Vorsitzender des MSC Ludwigsburg, vom Vorabend.