Freudental / Uwe Deecke  Uhr

Auf 2,5 Hektar wird auf dem künftigen Freudentaler Baugebiet Alleenfeld Wohnbebauung möglich sein, 55 Einwohner pro Hektar sind die Vorgabe des Regierungspräsidiums. Alles andere ist zunächst noch offen. Was ist an Gewerbe erlaubt, wie sollen die Straßen verlaufen, wird es Gehwege geben, wie sollen die Parkplätze angeordnet werden und was ist bei den Häusern erlaubt? Darüber diskutierte der Freudentaler Gemeinderat am Mittwoch in einer Mammutsitzung, die bei der langen Tagesordnung zu erwarten war.

Nadine Lindenschmitt vom beauftragten Büro Schöffler stellte zunächst die Ergebnisse der gemeinsamen Überlegungen von Planungsbüro und Verwaltung vor, die zur Diskussion standen. Zulässig könnten neben Wohnhäusern auch Gebäude für kirchliche, soziale und kulturelle Zwecke sowie „nicht störende“ Gewerbebetriebe sein, eventuell auch Beher­berg­ungs­betriebe, Anlagen für Verwaltungen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen. Letztere waren nicht nur für Gemeinderat Steffen Grob (Bürgergruppe) „nicht denkbar“ im Alleenfeld, das nun ausgestaltet werden soll. Beherbergungsbetriebe sah sein Fraktionskollege Andreas Büdenbender im 3B-Land als durchaus möglich an.

Problem: Nur eine Zufahrt

Ein Manko der bisherigen Planung ist die einzige Zufahrt über den Kreisverkehr. Sollte hier ein Unfall passieren, wäre das ganze Wohngebiet abgeschnitten und auch für Rettungsfahrzeuge nicht erreichbar. Für diesen Fall will Bürgermeister Alexander Fleig eine Zufahrt vom Feldweg im Südwesten vorsehen, die im Normalfall geschlossen ist.

Um die Bauplätze der Erschließungsgemeinschaft aus Gemeinde und Landsiedlung Baden Württemberg auch für Bauherren attraktiv zu halten, müssen Kompromisse gemacht werden. Öffentliche Längsparkplätze beeinträchtigen die Zufahrt zu kleineren Grundstücken, und so sieht die bisherige Planung in der Mitte des Gebiets auch mehrere öffentliche Querparkplätze vor, die Platz sparen. 37 sind derzeit geplant für die angenommenen 138 Einwohner, die Freudental dazu bekommen wird.

Beim Thema Geschosszahl und Dachformen gingen die Meinungen auseinander. Bislang ist nur direkt am neuen Supermarkt eine Bebauung mit drei Geschossen angedacht. Sonst sollen maximal zwei Geschosse erlaubt sein, Einzelhäuser soll es am Rand des Gebiets geben. Drei Geschosse auch in der Mitte des Gebiets zuzulassen und so die Einwohnerzahl pro Hektar zu erreichen, stellte Fleig zur Diskussion.

„Schwierig für die Wertigkeit“ der anderen Häuser sah Helmut Schrenk von der Bürgergruppe diesen Vorschlag. Dies würde es schwerer machen, die anderen Baugrundstücke zu vermarkten, war sein Einwand. „Wir müssen uns auch um die Optik Gedanken machen“, forderte Reiner Kurzenberger von der CDU-Fraktion. Mehr Verdichtung bedeute auch mehr Folgekosten bei Betreuung und anderen Bereichen. Eine bessere Visualisierung wünschte sich Büdenbender für die Diskussion. Die Auswirkungen der Geschosshöhen seien bei den vorgelegten Plänen nicht zu erkennen.

Das Thema Ökologie warf ebenfalls Fragen auf. Steingärten einzuschränken, war der Vorschlag von Norbert Schmatelka (Bürgergruppe). Er forderte insgesamt eine okölogischere Herangehensweise an das neue Baugebiet. Es müssten nicht immer asphaltierte Straßen sein, blickte er auf die Erfahrungen in anderen Kommunen. Auch mit Verbundsteinen ließe sich ein sehr tragfähiger und langlebiger Untergrund schaffen.

Soll es Subventionen für Zisternen und Solaranlagen geben und wie sieht es mit der Anschlusspflicht ans Nahwärmesystem aus? Darüber wird noch im Einzelnen diskutiert werden müssen. Gegen die Pflicht für ein bestimmtes Heizsystem liefen bereits Klagen, gab Kurzenberger zu bedenken.

Ziel ist es bis Ende des Jahres das Bebauungsplanverfahren abzuschließen, Anfang 2020 könnte dann zunächst der Kreisverkehr gebaut werden, danach könnten die Umlegung der Fläche und der anschließende Bau des Lebensmittelmarkts erfolgen.