Eine Menge glücklicher und abgekämpfter Gesichter gab es am Samstag in Bönnigheim zu sehen. Bereits zum 21. Mal fand der vom TSV Bönnigheim und der LG Neckar-Enz ausgerichtete Strom­berg­lauf statt. 1193 Läufer, davon 240 Schüler, hatten sich in diesem Jahr angemeldet.

Zum souveränen Sieger über die zehn Kilometer krönte sich Marius Stang (LAV Stadtwerke Tübingen), dem sogar ein neuer Streckenrekord gelang. In 32:03 Minuten unterbot Stang den bisherigen Rekord von Philipp Kern aus dem Jahr 2017 um 27 Sekunden. „Wenn man eine Bestzeit läuft, ist man natürlich immer zufrieden“, stellte der 34-Jährige fest. Vor knapp drei Wochen war Stang beim Frankfurt-Marathon am Start und nutzte nun die Gelegenheit, seine Form unter Beweis zu stellen. „Ich bin vor zwei Jahren schon mal hier in Bönnigheim mitgelaufen – auch da hat mir das Event gut gefallen“. Mit einem Karton voller Weinflaschen, die er als Preis von den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu erhielt, verabschiedete sich Stang, der die Siegerehrung aufgrund beruflicher Verpflichtungen verpasste.

Prominente Starter

Der Schülerlauf ging über zwei Kilometer und startete um 13.30 Uhr. Bönnigheims Bürgermeister Albrecht Dautel gab dann eine Dreiviertelstunde später den Startschuss für den Hauptlauf. Hier gaben die Teilnehmer wahlweise über fünf oder zehn Kilometer ihr Bestes. Bei den zehn Kilometern waren wieder Bietigheim-Bissingens Bürgermeister Joachim Kölz sowie der Direktor des Blühenden Barocks, Volker Kugel, mit am Start. Die passionierten Läufer gaben auch in diesem Jahr eine gute Figur ab.

Wie jedes Jahr verlief die Strecke – ausgehend vom Strombergkeller – durch die historische Altstadt Bönnigheims. Nach Passieren des Köllesturms ging es dann über die neu gestaltete Hauptstraße am Schloss vorbei, zurück zum Strombergkeller. Zahlreiche Zuschauer, Musiker und Trommler versammelten sich entlang der Strecke und animierten die Sportler zu persönlichen Höchstleistungen.

 Ein Event dieser Größenordnung verlangt natürlich auch eine gute Organisation. Für diese sorgte unter anderem Markus Stahl, der seit 16 Jahren Leichtathletik-Abteilungsleiter des TSV Bönnigheim ist. „Die größte Herausforderung ist es wahrscheinlich, die hohe Zahl an Freiwilligen zu finden, auf die wir angewiesen sind“, sagte Stahl. In diesem Jahr waren es mehr als 100. Darunter auch Jasmin (14), Melissa (12) und Rebecca (14), die schon öfter beim Stromberglauf dabei waren und kostenlose Getränke für die Läufer bereitstellten. Was sie dazu motiviert? „Uns freut es einfach, wenn wir helfen können. Außerdem haben wir viele Freunde, die mitlaufen“. Auch für Florian Lange (31) ist das Helfen Ehrensache. Der Bönnigheimer ist Leichtathletik-Jugendtrainer und seit Bestehen des Laufs in jedem Jahr dabei. Als Ordner sorgte er dafür, dass alles in den richtigen Bahnen verlief. „Es ist einfach ein Riesenevent für Bönnigheim“, sagte er und feuerte die vorbeispurtenden Kinder an.

Es gibt immer etwas zu verbessern


Mit dem 21. Bönnigheimer Stromberglauf konnten auch die Organisatoren zufrieden sein. Dennoch kein Grund sich auszuruhen, findet Markus Stahl, Leichtathletik-Abteilungsleiter des TSV Bönnigheim: „Wir haben jedes Jahr eine Liste an Punkten, die wir verbessern und bearbeiten. Da geht es dann zum Beispiel um die Parkplatzsituation oder die Verkehrsführung.“

Da es in den vergangenen Jahren beim Stromberglauf zu gefährlichen Situationen gekommen war, gab es in diesem Jahr erstmals eine Straßensperrung, um die maximale Sicherheit der Zuschauer sowie der Läufer zu gewährleisten. Bereits in der kommenden Woche wird das Organisationsteam einen Rückblick auf das Event vornehmen, um dann mit vollem Elan die Vorbereitungen für die 22. Auflage des Stromberglauf im Jahr 2020 in Angriff zu nehmen. gre