Es war viel los rund um Kirchheim am Neckar: 12 Genussstationen gab es auf der Weinterrassen-Tour des 3B-Tourismusverbands, vier mehr als bei der Premiere des Genusswanderns im vergangenen Jahr bei Löchgau. Gemeinsam mit der Felsengarten- und der Strombergkellerei, neun eigenständigen Weinerzeugern, einer Brennerei und der Obsthalle Kirchheim stellt das Tourismus-Team ein buntes Genuss- und Rahmenprogramm auf die Beine. Die Strecke war mit zwölf Kilometern etwas kürzer und die Anbieter waren diesmal gerüstet für den Ansturm.

Von der Kirchheimer Weinterrasse ging es bei der Obsthalle über die eigens eingerichtete Ampel an der B 27 über den Steillagen in Richtung Hohenstein. Über die Schlossteige wanderten die Teilnehmer aufs Schlossfeld, dann Richtung Hofen und von dort das steile Stück hinunter ins alte Neckarbecken zum Römerhof. Von dort führte der Weg wieder zurück auf die Weinterrasse. Wer dort angekommen war, hörte die beiden Alphörner über dem Neckartal, die hier öfter mal erklingen. „Es ist einer unserer Top-Plätze“, sagte Eric Reiter vom 3B-Tourismus. „Wir haben Manöverkritik geübt, und der Zuspruch war da, es wieder zu machen“, blickte er zurück aufs vergangene Jahr, als die Anbieter beim Genusswandern überrannt wurden und es stellenweise nichts mehr zu essen gab. Diesmal hätten die meisten Caterer dabei und seien gerüstet für eine große Teilnehmerzahl, so der 3B-Geschäftsführer.

Blick auf eigenen Weinberg

Für Kirchheims Bürgermeister Uwe Seibold ist die mit Kunstwerken ausgestattete Weinterrasse ein Lieblingsplatz – mit Blick auf seinen eigenen Weinberg, der auf Terrassen zum Neckar hin nach unten verläuft. Gekommen waren dorthin auch sein Amtskollege Rainer Schäuffele aus Erligheim sowie Bürgermeister-Stellvertreter Frank Sartorius aus Bönnigheim.

Ein Stück weiter war auch die Obsthalle geöffnet und zog viele Wanderer sowie Radfahrer an. Sie will erweitern und ihre regionalen Produkte verstärkt in der Region verkaufen, was bisher gut funktioniert. Viele der Obstbauern seien auch Wengerter, erklärte Vorstand Frank Braun, der noch mit landschaftsschutzrechtlichen Bestimmungen zu kämpfen hat, bevor man hier vergrößern kann. Über die B27, deren neue Ampel vom Personal vom Landratsamt überwacht wurde, ging es dann nach Hohenstein aufs Schlossfeld, wo Heinz Kölle seine neuen Weine ausschenkte und es Maultaschen zur Stärkung gab. „Viel weiß und wenig rot“, bewertete er den Verkauf an diesem heißen Sonntag, der die letzten Tage vergessen ließ. Auch Freunde der Bönnigheimer Vinothek waren hier zu finden, die sich mit Blick auf die Neckarschleife ein Gläschen gönnten.

Zufriedene Besucher aus Göppingen


Eine der weitesten Anreisen hatten sicher Nicole und Bernd Unrath aus Göppingen. „12 Kilometer, das kriegen wir hin“, war Bernd Unrath überzeugt, der das 3B-Plakat in der vergangenen Woche gesehen hatte. Gestartet sind sie bei Station 1 am Schlossfeld, doch wo man starte sei eigentlich egal. „Am Ende ist das gleich“, so der Göppinger, der am Sonntag noch Fahrdienst hatte. dee