Bönnigheim Tiefe Freundschaft zwischen zwei Wandervereinen

Auch 2015 trafen sich die Mitglieder der Wandervereine. Im September findet  das 50. Treffen statt, diesmal in Straßburg.
Auch 2015 trafen sich die Mitglieder der Wandervereine. Im September findet das 50. Treffen statt, diesmal in Straßburg. © Foto: Albverein
Bönnigheim / Von Susanne Yvette Walter 31.08.2018

Ein Band, das seit einem halben Jahrhundert besteht, verbindet die beiden Wandervereine, die Ortsgruppe Bönnigheim des Schwäbischen Albvereins und den CV Rouffach im Elsass. Im Zuge der Städtepartnerschaft zwischen Bönnigheim und Rouffach haben sich auch die beiden Wandervereine miteinander verbandelt. Sie verbindet ein Interesse: das gemeinsame Entdecken schöner Landschaften diesseits und jenseits des Rheins.

Für ihr 50. Jahrestreffen haben sich die Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins Bönnigheim und ihre langjährigen Freunde aus der Partnerstadt Rouffach einen gemeinsamen Städtetrip ausgesucht. Wie es in der Freundschaft der beiden Wandervereine Brauch ist, geht es am Samstag, 8. September, gemeinsam auf Tour, diesmal durch Straßburg. „Dort nehmen wir an einer geführten Städtetour teil und erkunden zusammen die Altstadt und das Straßburger Münster“, erzählt Herbert Sauter aus Bönnigheim. Die besondere Tour soll ein Highlight im gemeinsamen Veranstaltungskalender werden. „Wir treffen uns seit der Gründung einmal im Jahr zu einer gemeinsamen Wanderung. Meistens finden die Touren im Elsass statt oder im Schwarzwald, damit keiner eine lange Anreise hat. Wir waren aber auch schon gemeinsam in der Auvergne oder in Südtirol. Wenn die Rouffacher eine Wanderung auf die Beine stellen, laden sie uns dazu ein“, erzählt Herbert Sauter, der seit dem Jahr 2000 zur Bönnigheimer Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins gehört.

Neue Freundschaften

Sauter und seine Frau haben, wie viel andere Bönnigheimer Wanderfreunde auch, inzwischen intensive Freundschaften zu Familien aus Rouffach aufgebaut, die ebenfalls gerne wandern. Sprachprobleme lassen sich, so Sauter, meist überbrücken, weil viele Rouffacher durch die Grenznähe gut deutsch sprechen. „Die Älteren sprechen teils noch Elsässisch. Die versteht man“, erzählt er.

Herbert Sauter sieht kaum Mentalitätsunterschiede. „Die Sueben haben ihre Wurzeln im Schwäbischen wie drüben im Elsass und in der Nordschweiz“, weiß er. Die Grenznähe verbinde eher als zu trennen. „Das sieht man schon daran, dass der Baustil ähnlich ist, ähnliche Häuser wie auch bei uns“, stellt er fest. Das Thema Wein verbindet ebenfalls beide Gemeinden. „Wir werden in Rouffach immer sehr herzlich empfangen. Wir treffen uns zum Wandern, und während des Erkundens der Landschaft bleibt immer wieder viel Zeit für gute Gespräche. Wir reden auch über Persönliches, was die Familien betrifft. Abends kehren wir gemeinsam ein, und anschließend geht’s wieder nach Hause“, beschreibt er die gemeinsame Zeit.

Als besondere Highlights sieht Sauter gemeinsame Wanderungen, die über mehrere Tage gingen, wie etwa in Südtirol oder in der Auvergne. Die Auvergne-Reise ist gut und gern zehn Jahre her, erzählt er. Dennoch ist heute noch zu spüren, wie sich die Wanderer aus beiden Gemeinden immer näher kommen durch die regelmäßigen Treffen. „Wir freuen uns schon immer auf die gemeinsame Zeit, wie jetzt auch am Wochenende. Viele von uns haben darüber hinaus auch enge Kontakte zu einzelnen Familie geknüpft und besuchen sich unterm Jahr“, lässt Inge Weipprecht wissen, die seit 1998 zur Bönnigheimer Ortsgruppe gehört. „Das sind alles Menschen, die sind ein bisschen anders als wir. Genau darin liegt der Reiz. Früher haben die Familien auch beieinander gelebt in der Zeit des Besuchs. Daraus entwickeln sich natürlich besonders starke Freundschaften“, erzählt sie.

Das gemeinsame Erkunden schöner Landstriche ist ein Reiz, der über die Jahrzehnte geblieben ist. Meistens sind es zwischen 30 und 40 Bönnigheimer Wanderfreunde, die gemeinsam aufbrechen, um mit den Rouffachern einen gemeinsamen Tag zu erleben. „Dazu gehört manchmal auch ein mehrgängiges Menü in einem tollen französischen Restaurant mit verschiedenen Vorspeisen und tollem Nachtisch“, erzählt Inge Weipprecht. „Die tischen ordentlich auf beim Abschluss am Abend, der meistens in einem Hotel stattfindet“, bestätigt auch Herbert Sauter.

Das Wandern ist eben doch nicht nur des Müllers Lust, sondern auch das Vergnügen vieler Bönnigheimer und Rouffacher Bürger. „Wir kommen beide aus alten gewachsenen Städten, die vom Wein umspielt werden. Das gibt Gesprächsstoff“, erklärt Herbert Sauter.

Bedauerlich sei allerdings, dass längst nicht mehr alle Gründungsmitglieder bei den Wanderungen dabei sein können, da viele ältere heute nicht mehr gut zu Fuß sind“, fügt er hinzu. Die Jugend steigt ins Wandern eben doch nicht so ein, wie sich das die Bönnigheimer Wanderfreunde des Schwäbischen Albvereins vielleicht wünschen würden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel