Die ersten drei Plätze des 1972 gegründeten Tennisclubs Kirchheim liegen am Rand des Wohngebiets Laiern, ihre Errichtung kostete damals gerade mal rund 80 000 Mark. Ein Betrag, der heute nicht mehr vorstellbar wäre, denn es geht um ganz andere Summen. Zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro werden die fünf Sandplätze kosten, die in der Verlängerung der Sportplätze an der Hohensteiner Straße entstehen sollen. Dort, am Rand der Weinberge, will die Kommune ihre Sportstätten im „Sportpark Fronberg“ konzentrieren und besitzt dafür auch die nötigen Flächen.

Kündigung vor zehn Jahren

Bereits vor zehn Jahren war dem Club die Vereinsfläche auf dem Laiern, die er gepachtet hatte, gekündigt worden, doch immer wieder gab es eine Verlängerung für den Verein. Seit langem möchte Kirchheim die Tennisplätze im Rahmen des Sportentwicklungskonzepts an die Gemeindehalle und die Fußballplätze verlegen, was auch in Workshops bereits diskutiert worden war. Die neuen Emissionsschutzgesetze spielen dabei eine Rolle, die Anwohner schützen sollen und ihnen auch eine rechtliche Handhabe geben, was der Gemeinde Sorgen bereitet.

Zehn Bauplätze entstehen

Als Nebeneffekt könnten dort acht Bauplätze auf der Anhöhe entstehen, die der klammen Kommune Geld in den Haushalt bringen würden. Dabei ist die Gemeinde auch bereit, dem Verein unter die Arme zu greifen: Mit 975 000 Euro will sie den 210 Mitglieder starken TC Kirchheim für den Bau der neuen Anlage unterstützen. Für Bürgermeister Uwe Seibold „ein sehr großzügiges Angebot“, das eine große Kredit­aufnahme überflüssig machen würde, wenn man eine Standardausführung für 1,3 Millionen Euro brutto wählen würde. Klar ist für ihn: „Wir werden den Verein nicht im Regen stehen lassen“. In den Kosten inbegriffen seien die Erdarbeiten, Parkplätze, Wegearbeiten, Entwässerung, Bepflanzung, Ausgleichsmaßnahmen und auch das Tennisheim.

Am Infoabend mit den rund 70 anwesenden Mitgliedern kamen dann im Ratssaal die Informationen auf den Tisch, die für alle Klarheit schaffen sollten. Es gebe, erklärte Seibold am Abend, die Möglichkeit die Umsatzsteuer abzusetzen, was die Kosten von 1,3 Millionen Euro um 205 000 Euro senken würde. Doch das stieß bei den Vereinsvertretern auf Skepsis, die kein Risiko bei ihrer Anerkennung der Gemeinnützigkeit eingehen möchten. Dass dies dennoch funktioniert, erläuterte Stephan Hennig, einer der vielen Gemeinderäte, die am Abend da waren, am Beispiel eines Gebäudes, das der Kraftsportclub mit Vorsteuerabzug bauen ließ.

Entscheidung bis Pfingsten

Die Gemeinde will nun endlich mit ihrem Konzept der Zusammenlegung der Sportstätten vorankommen. Bürgermeister Seibold forderte bis Pfingsten Klarheit darüber, wie der Verein nun weiter vorgehen möchte. Beide Seiten verständigten sich darauf, das Steuermodell mit einem Steuerberater gemeinsam durchzusprechen und auch die Rolle des Bauherren zu übernehmen, wie es der Württembergische Landessportbund für seine Förderung mit 50 000 Euro erwartet.

Auf der Hauptversammlung sollen für die Mitglieder die Fakten noch einmal auf den Tisch kommen, bevor man sich steuerlich beraten lässt. „Wir wollen uns von allen Seiten informieren“, so Anita Hoffsümmer, zweiter Vorstand des TC auf Anfrage der BZ. Das ersten Kosten für ein neues Clubheim hätten bei über 800 000 Euro gelegen und einen Schock ausgelöst. Jetzt liege man bei 400 000 Euro, und auch vier Plätze wären für sie vorstellbar, wenn damit weiter die Kosten gesenkt werden. Der Abend sei eine Standortbestimmung gewesen, so Hoffsümmer.