Sturmtief Sturmtief fällt Bäume im Stadtwald

Sturmschäden im Bönnigheimer Wald:  Vom Sturm besonders betroffen wurde in der Nacht auf vergangenen Freitag das Waldgebiet entlang der Straße nach Tripsdrill.
Sturmschäden im Bönnigheimer Wald: Vom Sturm besonders betroffen wurde in der Nacht auf vergangenen Freitag das Waldgebiet entlang der Straße nach Tripsdrill. © Foto: Martin Kalb
Bönnigheim / Uwe Deecke 18.12.2017

Baumkronen habe der Sturm abgebrochen und 15 Meter weggeblasen. Viele Bäume seien umgestürzt, auch auf einige Wildschutzzäune, die nun erneuert werden müssen. In alle Richtungen seien die  Bäume gefallen, und offenbar habe es einzelne Windhosen im Stadtwald gegeben, so Revierförster Burkhard Böer über die Auswirkungen des Sturmtiefs, das in der Nacht auf den Freitag über den Landkreis zog. „Ein großer Anteil an Sturmbruch“ sei in letzter Minute zu seinem Bericht dazu gekommen, den er eigentlich schon fertig in der Schublade hatte.

Bei der letzte Sitzung des Gemeinderates im Jahr steht stets der  Forstbetriebsplan auf der Tagesordnung, den der Revierförster  vorstellt. Böer blickte zunächst zurück auf den extrem trockenen Winter, in dem es praktisch gar nicht geregnet habe. Das sei schlecht für die Wasserspeicher im Boden, aber positiv für das Holzrücken, das ohne große Schäden im Waldboden abgelaufen sei.

Die Mengen seien kleiner als geplant ausgefallen. „Wir haben durch den großen Aderlass nach Sturm und Schädlingsjahren einen gigantischen Substanzverlust hinter uns“, erklärte er.

Im Frühjahr seien 1400 Bäume gepflanzt worden, die den Verlust mit ausgleichen sollen. Trocken war es auch über das Jahr, und so habe sich der Borkenkäfer an drei Stellen des Waldes  ausgebreitet. Besonders die Fichten hätten als Flachwurzler bei Trockenheit kaum eine Chance gehabt.

Schwerpunkt Buchen

Schon im Herbst begann die erste Holzernte mit dem vollautomatischen Harvester, ein paar Wochen später dann der Wintereinschlag, nachdem alle Blätter von den Bäumen waren. Schwerpunkt seien alte Buchen gewesen, so Böer.

Dass es jetzt heftig regne, bedeute für den Boden nur wenig. Es sei zwar oben feucht und durchtränkt, aber schon nach einem halben Meter Tiefe sehr trocken. „Spannend wird sein, wie der weitere Witterungsverlauf ist und ob sich die Wasserspeicher füllen können“, blickte er voraus – in der Hoffnung, dass das Wasser nach langer Zeit wieder in die Tiefe geht.

Beim Holzverkauf in der vergangenen Woche war der Anteil an Eichenholz verschwindend gering. Ein Problemsortiment sei auch das Industrieholz, das es in Bönnigheim gar nicht gebe. Hier werde alles Holz aufgearbeitet und als Brennholz verkauft. „Das wichtigste Sortiment ist und bleibt Brennholz“, beschrieb Burkhard Böer den Trend beim jährlichen Holzverkauf. Alle 390 Festmeter wechselten den Besitzer bei der Auktion, die sich preislich auf dem Niveau der Vorjahre bewegte.

Die Eiche, die  kaum angeboten wurde, sei mit 36 Prozent Flächenanteil die prägende Baumart im Landkreis Ludwigsburg, stellte der Revierförster fest. Um ihnen mehr Wachstumschancen zu geben, waren die meisten eingeschlagenen Bäume aus der direkten Umgebung. Insgesamt seien die Aussichten gut und ließen, wenn größere Naturkatastrophen ausbleiben, auch für die kommende Holzernte einen stabilen Holzmarkt erwarten.

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