Bönnigheim Streifzug durch die Weinregionen

Referent Hans-Joachim Jaeger (Bildmitte) prüft die Unterlagen für den Vortrag. Weitere Vinothekare auf dem Foto von links: Walter Martin, Werner Krapf, Fritz und Rose Wachter.
Referent Hans-Joachim Jaeger (Bildmitte) prüft die Unterlagen für den Vortrag. Weitere Vinothekare auf dem Foto von links: Walter Martin, Werner Krapf, Fritz und Rose Wachter. © Foto: Hannelore Tiedke
Bönnigheim / bz 05.09.2018

Ausgewiesenes Ziel der Bönnigheimer Vinothek ist das Werben für die Produkte der örtlichen Weinerzeuger. Dass sie dabei den sprichwörtlichen Blick über den Tellerand hinaus nicht verlieren, beweisen die ehrenamtlichen Vinothekare in ihrer monatlichen Reihe „Weinkolleg“. So hatte es das September-Weinkolleg der Freunde der Vinothek es in sich: Nicht nur der Umfang des Referates von Ehrenvorstand Hans-Joachim Jaeger, sondern auch die Kostproben, die er aus sieben der 13 deutschen Weinregionen präsentierte, begeisterte die mehr als 30 Gäste und Freunde der Vinothek.

Riesling am beliebtesten

Mit einem kurzen Abriss in die Geschichte des Weinbaus und des Weintrinkens in Deutschland, welche schon um 400 v. Chr nachgewiesen werden kann, startete der Referent seinen Vortrag. Dabei vergaß er nicht die Rolle der Klöster und die ersten Gesetze für den Weinbau zu erwähnen. Bereits im Hochmittelalter habe eine Rebfläche von 400 000 Hektar an Rhein, Mosel, Neckar und anderen kleineren Gebieten bestanden, so der Referent. Heute betrage die Rebfläche in Deutschland etwa 102 000 Hektar in den 13 Anbaugebieten. Die Teilnehmer am Weinkolleg erfuhren außerdem, dass 140 Rebsorten zur Weinproduktion zugelassen sind, wobei in Deutschland Weißwein auf zirka 68 000 Hektar und Rotwein auf zirka 35 000 Hektar angebaut würden. Die beliebtesten Sorten seien der Riesling und der Müller-Thurgau. Der Spätburgunder folgt auf dem dritten Rang, und der Lemberger belegt sogar nur Platz 12 von 14 Sorten.

Hans-Joachim Jaeger hatte sieben Weine aus unterschiedlichen deutschen Weinbaugebieten zusammengestellt und begann mit einer Blindverkostung einer sehr alten Weißweinsorte. Riesling, Grau- und Weißburgunder wurden vorgeschlagen, bevor das Rätsel aufgelöst wurde: Ein Moselelbling, den der Referent als „trinkigen Wein mit fein abgerundeter Säurestruktur“ präsentierte. Die Fülle aller Daten und Informationen, die der Referent präsentierte und die zu verkostenden weiteren Weine führten dazu, dass der spannende und kurzweilig präsentierte Vortrag das Publikum für zwei Stunden in Bann schlug. Gutedel aus dem Markgräfler Land, Müller-Thurgau aus Baden oder auch ein Silvaner aus Rheinhessen durften unter anderem probiert werden.

Referat kommt ins Archiv

Mit dem selbstgebackenen Brot, konnten die Gaumen immer wieder neutralisiert werden. Der lang anhaltende Applaus für dieses besondere Weinkolleg zeigte die Begeisterung aller Anwesenden und den Dank für ein außergewöhnlich umfangreiches Wissen. Im Archiv der Vinothek wird auch dieser Weinkollegvortrag erhalten bleiben, so dass alle Vinothekare von dieser Fortbildung noch lange zehren können.

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