Kirchheim Stiftungsmittel für die Pflege-Wohngemeinschaft

Kirchheim / Von Uwe Deecke 09.03.2018

Vier Stiftungen gibt es in Kirchheim, deren Mittel die Kommune verwaltet. Auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wurde der Rechnungslegung der einzelnen Stiftungen zugestimmt.

Das Vermögen der  Anna-Riecker-Stiftung beträgt derzeit rund 532 000 Euro und wurde im vergangenen Jahr unter anderem für Grabpflege, den Geschichtsverein sowie Empfänger laufender Leistungen eingesetzt. Während für 2018 der Pauschalbetrag von 750 Euro für den Geschichtsverein festgesetzt wurde, lagen bislang keine Anträge auf Unterstützung bei Grundsicherung im Alter und Erwerbsminderung vor, heißt es in der Vorlage zur Sitzung. Für das Jahr 2017 erzielte die Stiftung Zinserträge von rund 2600 Euro.

Extrem niedrige Zinserträge

Das Vermögen der Ernst-Ackermann-Stiftung betrug zum Jahresende 25 200 Euro. Aufgrund der niedrigen Zinserträge sind die Erträge aber so gering ausgefallen, dass nicht einmal die Grabpflegekosten des Gründers erwirtschaftet wurden. Da damit das Kapital schrumpft und der Willen des Gründers nicht mehr erfüllt werden kann, überlegte der Gemeinderat schon vor längerer Zeit eine Zusammenlegung von Stiftungen.

Die Stiftung für Krankenpflege, Seniorenbetreuung und Menschen in Not hatte zum Jahresende ein Vermögen von rund 159 000 Euro, zudem gehört ihr eine Wohnung im Haus am Mühlbach. Auch hier waren die Zinserträge kaum nennenswert, Mieterträge brachten 5616 Euro in das Vermögen ein.

Mittel aus den Stiftungen, dazu gehört auch die ZEAG-Kindergartenstiftung, sollen in die kommende Pflege-WG in der Schillerstraße fließen (die BZ berichtete). „Mit den Mieterträgen könnten die Stiftungen einen höheren Ertrag erzielen“, sagt Bürgermeister Uwe Seibold auf Anfrage der BZ. Zudem sei eine Immobilie als Geldanlage für sie deutlich attraktiver.

Seit zwei Jahren gibt es Pläne der gemeinsamen Sozialstation von Kirchheim und Bönnigheim, eine neue Einrichtung zu schaffen, die dort realisiert werden soll. Auch ein Allgemeinarzt sowie ein Zahnarzt sollen im ersten Stock einziehen und über den Aufzug erreichbar sein. Im Erdgeschoss wäre die Pflege-WG, im zweiten Stock und im Anbau dann Wohnungen für Senioren.

Projekt Pfege-WG

Die Pflege-WG für Senioren wird sich von den üblichen Einrichtungen deutlich abheben. Nach dem Gesetzgeber dürfen maximal zwölf Bewohner in eine solche Wohnform, und sie leben dort auch selbstbestimmter, entscheiden mehr und haben auch die Schlüsselgewalt für die Einrichtung. Es wird dort ambulant betreut, gleichzeitig sind aber die therapeutischen Kräfte meist vor Ort. Das Konzept unterscheidet sich insofern von dem Modell, das die Landesheimwohnbauverordnung demnächst vorschreibt, in dem nur noch Einzelzimmer zugelassen sind. Hier könnten theoretisch auch Paare einziehen, die großzügiger zusammenwohnen und gleichzeitig in eine Wohngemeinschaft eingebunden sind.

Förderverein geplant

Gesetzlich geregelt ist, dass der zuständige Pflegedienst nicht auch gleichzeitig der Träger der Pflege-WG sein kann. Daher übernimmt die Gemeinde die Trägerschaft zusammen mit der Kirchengemeinde, die im Entwicklungsprozess eingebunden werden soll. Dafür ist, so Seibold, die Gründung eines Fördervereins für April vorgesehen, auch um die Vernetzung mit den Ehrenamtlichen zu stärken.

Derzeit werde für das rund 1,6 Millionen teure Projekt, das zur Hälfte durch die Stiftungen finanziert werden soll, eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchgeführt. Baubeginn der Einrichtung könnte bereits im Sommer dieses Jahres sein.

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